
Indiens größte Fluggesellschaft IndiGo bestätigte am Montag, den 22. Juni, dass sie vorübergehend den Betrieb auf sechs ihrer neueren internationalen Strecken eingestellt hat, die Delhi und Mumbai mit Zielen in Zentralasien und dem Kaukasus verbinden – darunter Almaty, Taschkent, Tiflis, Baku, Duschanbe sowie einen weiteren, noch nicht genannten Ort. Die Airline begründete diesen Schritt mit verschärften Sicherheitshinweisen und wiederholten Luftraumsperrungen über Teilen des Nahen Ostens, die zu zahlreichen Umleitungen führten, die Flugzeiten um bis zu 90 Minuten verlängerten und den Treibstoffverbrauch deutlich erhöhten. IndiGos Flüge nach Zentralasien überqueren normalerweise den iranischen und bahrainischen Luftraum; in den letzten Wochen kam es in diesen Korridoren aufgrund eskalierender regionaler Spannungen immer wieder zu temporären Sperrungen. Die Folge waren Umwege über das Arabische Meer und das Kaspische Meer, die die Wirtschaftlichkeit des mittelstreckenfähigen Airbus A321neo erheblich beeinträchtigen. Obwohl IndiGo betont, dass die Aussetzung nur vorübergehend sei, stellt sie einen ersten Belastungstest für die internationale Expansionsstrategie der Airline nach der Pandemie dar, die auf Nischenmärkte im Freizeit- und KMU-Bereich außerhalb des Golfes abzielt. Reisebüros im Connaught Place in Delhi berichteten gegenüber Global Mobility News, dass die Preise für Pauschalreisen zu günstigen, visafreundlichen Städtereisen in Zentralasien bereits stark gestiegen sind, da die Kapazitäten schwinden. Mehrere Unternehmen aus den Bereichen Pharma und Leichttechnik, die Tiflis und Baku als kostengünstige Konferenzstandorte nutzten, suchen nun verzweifelt nach Alternativen über Dubai oder Istanbul. Betroffenen Passagieren werden volle Rückerstattungen oder kostenlose Umbuchungen auf andere IndiGo-Flüge angeboten. Da die internationale Kapazität der Airline insgesamt bereits ausgelastet ist und auch Golf-Airlines von denselben Luftraumumleitungen betroffen sind, rechnen Analysten kurzfristig mit einem Anstieg der Flugpreise um 12 bis 18 Prozent auf den verbliebenen Zentralasien-Strecken. Die Luftfahrtberater von CAPA India warnen, dass IndiGo sein Ziel von 25 Prozent internationalem Marktanteil im Geschäftsjahr 2026 verfehlen könnte, falls die geopolitische Lage sich bis ins dritte Quartal hinein verschärft. Für Manager im Bereich globale Mobilität ist die Botschaft klar: Längere Flugzeiten bei Routen um den Golf herum einplanen, möglichst flexible Tickets kaufen und die Reiseversicherung auf Zuschläge für Kriegsrisiken überprüfen, die einige Airlines bereits an Firmenkunden weitergeben.
Quelle: Travel Man Today
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