
Sechs lange isolierte Passagiere des niederländisch gecharterten Expeditionsschiffs MV Hondius verließen am Morgen des 23. Juni nach 42 Tagen Quarantäne die Bundesquarantäneeinrichtung in Bullsbrook bei Perth. Fünf Australier und ein Neuseeländer waren Mitte Mai repatriiert worden, nachdem ein Ausbruch des Andes-Stamm-Hantavirus drei Mitreisende im Atlantik das Leben gekostet hatte. Ihre Freilassung erfolgte nach einer Reihe negativer PCR-Tests und medizinischer Untersuchungen, die vom Australian Centre for Disease Control und WA Health genehmigt wurden. Der Fall wird von globalen Mobilitätsmanagern genau beobachtet, da es das erste Mal seit der Covid-19-Pandemie ist, dass Australien eine vollständige 42-tägige Quarantäneanordnung gemäß dem Biosecurity Act wieder aktiviert hat. Das Innenministerium bestätigte, dass die Anordnung nur für die sechs Passagiere gilt und keine neuen Grenzmaßnahmen geplant sind, betonte jedoch, dass die „post-pandemische Infrastruktur“ weiterhin bereitsteht, falls ein weiterer hochgefährlicher Erreger auftauchen sollte. Für Kreuzfahrtveranstalter ist der Fall eine Erinnerung daran, dass Pandemie-bedingte Notfallpläne weiterhin operativ notwendig sind. Mehrere Reedereien haben bereits Hantavirus-Klauseln in ihre australischen Buchungsbedingungen aufgenommen, und mindestens zwei Versicherer teilten SBS mit, dass sie die medizinische Evakuierungsdeckung für abgelegene Expeditionsrouten im Südozean neu bewerten. Arbeitgeber, die Mitarbeiter auf Incentive-Kreuzfahrten oder Fly-in/Fly-out (FIFO)-Einsätze schicken, wurden aufgefordert, Krisenreaktionsprotokolle zu überprüfen und Notfallreisefonds verfügbar zu halten. Reisende sollten zudem beachten, dass das Andes-Stamm-Hantavirus am 12. Mai stillschweigend in Australiens Liste der „aufgeführten menschlichen Krankheiten“ aufgenommen wurde, was bedeutet, dass infizierte Personen bei Bedarf von Kurzzeitvisa ausgeschlossen und zwangsweise isoliert werden können. Migrationsberater berichten, dass sie bereits Anfragen besorgter Elternbesucher und Working-Holiday-Klienten erhalten, ob die neue Einstufung zu umfassenderen Reisebeschränkungen führen könnte; die Behörden versichern jedoch, dass dies nicht der Fall sein wird, solange keine anhaltende lokale Übertragung auftritt.
Quelle: SBS News
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