
Ein scharfer Bericht, der über Nacht in Genf vom UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechte von Migranten veröffentlicht wurde, weist Australiens langjährige Behauptung entschieden zurück, dass das Land seine Schutzpflichten durch die Verlagerung von Asylsuchenden nach Nauru „auslagern“ könne. Das 47-seitige Dokument stellt fest, dass externe Regelungen wie Australiens Offshore-Verfahrenssystem „einen Staat nicht von seinen Verpflichtungen nach internationalem Recht entbinden“ und betont, dass Canberra weiterhin rechtlich für die Sicherheit und das Wohlergehen jeder transferierten Person verantwortlich ist. Der Bericht hebt die Geheimhaltung der kommerziellen Verträge hervor, die das System stützen, und warnt, dass undurchsichtige Abkommen „die Verantwortlichkeit verschleiern und das Missbrauchsrisiko erhöhen“. Nur wenige Tage vor der Veröffentlichung eines eigenen Untersuchungsausschusses des Senats zur Offshore-Haft wird die UN-Intervention den Druck auf die Regierung Albanese erhöhen, eine Politik aufzugeben, die seit 2013 schätzungsweise 10 Milliarden australische Dollar gekostet hat. Wirtschaftsverbände berichten, dass der Imageschaden durch das System bereits Arbeitsmarkt-Kampagnen zur Anwerbung qualifizierter Migranten erschwert. Für globale Mobilitätsmanager ergeben sich aus den Erkenntnissen zwei unmittelbare Konsequenzen: Erstens müssen Unternehmensverlagerungen, die Mitarbeitende betreffen, die in Australien humanitären Schutz suchen könnten, angesichts des erhöhten rechtlichen Risikos neu bewertet werden. Zweitens sollten multinationale Unternehmen mit anhaltenden Klagen der Zivilgesellschaft und Aktionärsaktivismus gegen Auftragnehmer des Systems – darunter Betreiber von Einrichtungen, Luftfahrt- und medizinischen Dienstleistern – rechnen, was die Kontinuität der Lieferketten beeinträchtigen könnte. Einwanderungsberater weisen darauf hin, dass der Bericht zwar keine Änderungen der Visaregeln bewirkt, aber voraussichtlich in bevorstehende Gesetzesänderungen zu Ermessensspielräumen der Minister und Haftzeitbegrenzungen einfließen wird. Arbeitgeber, die Flüchtlinge zur Deckung von Fachkräftemangel sponsern, sollten diese Reformen genau verfolgen, um den Zugang zu dauerhaften Aufenthaltsmöglichkeiten sicherzustellen, sobald diese in Kraft treten.
Quelle: Asylum Seeker Resource Centre
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