
Die Delegierten des 36. Jahreskongresses von ACI EUROPE, der diese Woche im O₂ Universum in Prag stattfand, stimmten am 24. Juni für eine zweite einjährige Amtszeit von Stefan Schulte, CEO des Frankfurter Betreibers Fraport AG, als Präsident des Verbands mit 600 Flughäfen. Schultes Wiederwahl ist für Tschechien von Bedeutung, da der Prager Flughafen mit vielen der gleichen Herausforderungen kämpft, die Schulte skizziert hat: begrenzte Kapazitäten, steigende Kosten für Dekarbonisierung und drohende Warteschlangen am Ein- und Ausreisesystem (EES) an den Schengen-Grenzen. Seine politischen Prioritäten – stabile Nutzergebührenregelungen, fortgesetzte Reformen der Slot-Regeln und EU-Anreize für nachhaltige Kraftstoffinfrastruktur – stimmen eng mit dem Luftfahrtfahrplan des tschechischen Verkehrsministeriums für 2030 überein. Die neue Zusammensetzung des ACI EUROPE-Vorstands bringt zudem frische Stimmen aus Athen, Brüssel, Berlin und Heathrow, was zusätzliche Kanäle für tschechische Behörden und Dienstleister eröffnet, um sich in EU-weite technische Arbeitsgruppen zu Grenzbiometrie, multimodaler Vernetzung und Schienen-Luft-Verbindungen einzubringen. Für Mobilitätsfachleute ist die Botschaft klar: Die in Prag getroffenen Entscheidungen werden das regulatorische Umfeld prägen, in dem Flughäfen – auch Prag – Gebühren, Wartezeiten und Emissionsziele festlegen. Multinationale Unternehmen, die Mitarbeiter durch Tschechien bewegen, sollten die kommenden Lobby-Papiere von ACI genau verfolgen, da diese die überarbeitete EU-Luftfahrtstrategie, die noch in diesem Jahr erwartet wird, sowie Diskussionen über Visa-Waiver-Abkommen und mögliche Anpassungen der Passagiergebühren beeinflussen werden.
Quelle: ACI EUROPE