
Auf dem wiederbelebten Gipfeltreffen der Visegrád-Gruppe (V4) am 23. Juni 2026 in Gödöllő, Ungarn, trafen sich der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš und seine ungarischen, polnischen sowie slowakischen Amtskollegen erstmals seit der zweijährigen Pause wieder persönlich. Im Mittelpunkt der Gespräche stand das Thema Migration. Laut der gemeinsamen Erklärung werden die vier mitteleuropäischen Länder 1) eine ständige Arbeitsgruppe aus Innenministeriums-Experten einrichten, um in Echtzeit Daten zu irregulären Migrationsrouten auszutauschen, 2) eine gemeinsame Position zum neu verabschiedeten EU-Pakt für Migration und Asyl vor dem Europäischen Rat im Juli entwickeln und 3) sich für eine stärkere Finanzierung der Außengrenzen im nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen einsetzen. Für tschechische Arbeitgeber mit regionalen Mobilitätsprogrammen ist das konkretste Ergebnis die Zustimmung Prags zu einem Pilotprojekt für Schnellrückführungsflüge vom Flughafen Václav Havel für Drittstaatsangehörige ohne rechtlichen Aufenthaltsstatus im Schengen-Raum. Das Innenministerium bestätigte, dass der Pilot im September startet und zunächst Überzieher an der tschechisch-slowakischen Landgrenze umfasst. Zudem wurde die Erleichterung von Geschäftsreisen thematisiert. Die vier Ministerpräsidenten unterstützten den ungarischen Vorschlag einer „V4 Business Traveller Lane“: Teilnehmende Flughäfen sollen die registrierten Reisendendatenbanken der anderen anerkennen, um Passkontrollen für Vielflieger zu beschleunigen. Der Prager Flughafen erklärte, seine bestehende „SmartGate“-Infrastruktur mit nur geringfügigen Softwareanpassungen an die gemeinsame Datenbank anbinden zu können, was die Abfertigungszeit bei inner-V4-Flügen um Minuten verkürzen könnte. Analysten heben den größeren politischen Kontext hervor: Das Treffen markierte das Ende des rotierenden V4-Vorsitzes Ungarns und signalisierte die Rückkehr der Gruppe zu koordinierter EU-Lobbyarbeit nach einer Phase bilateraler Spannungen. Für multinationale Unternehmen bedeutet die erneuerte V4-Koordination, dass politische Veränderungen – sei es bei Entsenderegelungen, Schengen-Reformen oder Visa für den Wiederaufbau in der Ukraine – voraussichtlich wieder zuerst aus Mitteleuropa kommen. Mobilitätsmanager sollten die gemeinsamen Positionspapiere im Vorfeld des Europäischen Rates am 18. und 19. Juli genau verfolgen, da das Thema Lastenteilung bei Migration dort erneut auf der Agenda steht.
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