
In einer späten Sitzung am 24. Juni hat die tschechische Abgeordnetenkammer in erster Lesung einen Regierungsentwurf verabschiedet, der es für Ukrainer mit vorübergehendem EU-Schutzstatus erschwert, diesen zu behalten. Laut dem Entwurf verfällt der Schutz, wenn der Inhaber sich länger als 30 Tage außerhalb des Schengen-Raums aufhält oder einer straf- oder verwaltungsrechtlichen Ausweisung unterliegt. Das Innenministerium wird zudem keine Ersatzreisedokumente – sogenannte cizinecké pasy – mehr ausstellen, eine Maßnahme, die laut Behörden sekundäre Bewegungen in Drittstaaten eindämmen soll. Antragsteller für den neuen langfristigen Aufenthaltsstatus, der den vorübergehenden Schutz ablöst, müssen nun neben dem bereits bestehenden Nachweis eines einwandfreien Führungszeugnisses auch belegen, dass keine Steuerschulden bestehen. Die staatlich finanzierte Krankenversicherung wird künftig nur noch für Flüchtlinge mit offiziell bestätigter eingeschränkter Selbstversorgung gewährt, während Gebührenbefreiungen für die Anerkennung ausländischer Abschlüsse entfallen. Innenminister Lubomír Metnar erklärte den Abgeordneten, dass rund 70.000 Personen Interesse an dem neuen langfristigen Status gezeigt hätten; die verschärften Regeln sollen „die integrierenden von den das System missbrauchenden Personen trennen“. Fachleute für Geschäftsreisen sollten beachten, dass Arbeitnehmer mit vorübergehendem Schutzstatus bei längeren Geschäftsreisen außerhalb des Schengen-Raums ihren legalen Aufenthalt riskieren. Unternehmen wird empfohlen, wichtige ukrainische Mitarbeiter auf reguläre Arbeitserlaubnisse oder Intra-Unternehmens-Transfer-Visa umzustellen. Der Gesetzentwurf geht nun in die Ausschussberatung und könnte ab dem 1. September in Kraft treten. Die Oppositionspartei Piraten warnte, dass ständige Regeländerungen die Personalplanung für Firmen erschweren, die stark auf die rund 350.000 Ukrainer in Tschechien angewiesen sind. Interessenvertretungen kritisieren, dass die Einschränkung der Reisedokumente berufliche Weiterbildungsprogramme, die mit EU-Mitteln finanziert werden, behindern werde.
Quelle: ČTK / ČeskéNoviny.cz
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