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Tschechisches Parlament erteilt erste Zustimmung zu Gesetz zur Verschärfung des vorübergehenden Schutzes für Ukrainer und Digitalisierung der Aufenthaltsverfahren

Juni 25, 2026
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Tschechisches Parlament erteilt erste Zustimmung zu Gesetz zur Verschärfung des vorübergehenden Schutzes für Ukrainer und Digitalisierung der Aufenthaltsverfahren
Am 24. Juni 2026 stimmte die Abgeordnetenkammer mit 112 zu 65 Stimmen für die Vorlage einer Regierungsinitiative, die die Regeln für in Tschechien lebende Ukrainer im Rahmen der EU-Richtlinie zum vorübergehenden Schutz deutlich verschärfen wird. Der Entwurf, der von Innenminister Lubomír Metnar vorangetrieben wird, geht nun an den Sicherheitsausschuss, bevor nach der Sommerpause die entscheidende zweite Lesung erwartet wird.

Die auffälligste Neuerung ist die Einführung eines „physikalischen Anwesenheitstests“: Erwachsene, die die monatliche humanitäre Unterstützung (derzeit 4.860 CZK) beziehen, müssen mindestens 16 Tage pro Monat auf tschechischem Gebiet verbringen und entweder einer Beschäftigung nachgehen, ein Gewerbe betreiben oder beim Arbeitsamt registriert sein. Behörden erklären, dass diese Maßnahme eine kleine, aber wachsende Gruppe von sogenannten „Leistungstouristen“ adressiert, die häufig zwischen Polen, Deutschland und der Ukraine pendeln und dabei tschechische Zahlungen beziehen.

Tschechisches Parlament erteilt erste Zustimmung zu Gesetz zur Verschärfung des vorübergehenden Schutzes für Ukrainer und Digitalisierung der Aufenthaltsverfahren


Das Gesetz ebnet zudem den Weg für eine längst überfällige digitale Modernisierung der Ausländerpolizei. Anträge auf Aufenthaltserlaubnis, Verlängerungen und Widerrufe werden auf eine E-Government-Plattform verlagert, die Ministeriums-Datenbanken mit kommunalen Ämtern verknüpft und die durchschnittliche Bearbeitungszeit von acht auf drei Wochen verkürzt. EU-Bürger, die sich länger als 90 Tage aufhalten, sind erstmals gesetzlich verpflichtet – nicht nur empfohlen – sich online zu registrieren. Dies soll die kommunalen Einwohnerzahlen verbessern und die Verteilung der EU-Strukturfonds optimieren.

Weitere Bestimmungen sehen vor, dass der Schutz automatisch erlischt, wenn sich der Inhaber länger als 30 Tage außerhalb des Schengen-Raums aufhält, verschärfte Strafen für Menschenschmuggel und die Pflicht, ukrainische Fahrzeuge im tschechischen Fahrzeugregister einzutragen, um Bußgelder durchsetzen zu können.

Kritiker aus Oppositionsparteien bemängeln, dass das Paket die Schwächsten ungerecht bestrafe und einige Geflüchtete in die Schattenwirtschaft drängen könnte. Für Arbeitgeber ist die Botschaft zwiespältig: Ein klareres Rechtsrahmen erleichtert die Online-Überprüfung des Beschäftigungsstatus, doch Personalabteilungen müssen die Reisetätigkeiten der Mitarbeiter genauer verfolgen und sie dabei unterstützen, die 16-Tage-Anwesenheitspflicht einzuhalten. Berater für ausländische Fachkräfte empfehlen, interne Mobilitätsrichtlinien zu aktualisieren und mögliche Lücken einzuplanen, falls der Status eines Mitarbeiters während eines Einsatzes erlischt.
Quelle: České Noviny (ČTK)

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