
Frankreich erwachte am 25. Juni mit der bislang umfangreichsten „roten Hitzewarnung“ seit Einführung des vierstufigen Warnsystems: 72 Départements standen auf höchster Alarmstufe. Die Regierung aktivierte den ORSEC-Hitzewellenplan und ordnete den Kommunen an, klimatisierte Notunterkünfte zu öffnen, Außenschulaktivitäten zu verbieten und – besonders wichtig für Reisende – den Präfekten zu erlauben, den Zugang zu stark frequentierten Sehenswürdigkeiten zu beschränken, sobald die Innentemperaturen 34 °C überschreiten. Der Louvre und Teile von Versailles arbeiteten nur noch mit zeitlich begrenztem Einlass, während am Eiffelturm zusätzliche Nebelduschen installiert wurden. Verkehrs- und Energienetze sind stark belastet: Die Spitzenlast im Stromverbrauch überschritt am Mittwoch 78 GW, was EDF zwang, zwei Atomreaktoren zu drosseln, da das Kühlwasser Umweltgrenzwerte zu überschreiten drohte. Bisher blieben Pariser Flughäfen von Stromausfällen verschont, doch Betreiber halten Notstromaggregate bereit. Die Bahninfrastruktur zeigt an einigen Stellen Schwächen, was zu den separat gemeldeten Ausfällen bei Eurostar und SNCF beiträgt. Das Gesundheitsministerium hat die während der Covid-19-Pandemie eingeführten Gesundheitskontrollen an den Grenzen reaktiviert. Am Flughafen Charles de Gaulle scannen Wärmebildkameras ankommende Passagiere auf Anzeichen von Hitzeschäden; Betroffene erhalten eine medizinische Untersuchung, bevor sie zur Passkontrolle weitergeleitet werden. Reiseveranstalter müssen nun täglich Passagierlisten bei den Einsatzleitern der Notdienste einreichen, wenn Gruppen mehr als 50 Personen umfassen. Reisende sollten ihre Pläne flexibel gestalten, einen Nachweis über die Klimatisierung ihrer Unterkunft in ausgedruckter Form für mögliche Kontrollen durch die Präfektur mitführen und nach Möglichkeit keine Außentermine während der Nachmittags-Hitzespitze planen. Arbeitgeber sind nach französischem Fürsorgegesetz weiterhin verpflichtet, sichere Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter vor Ort zu gewährleisten.
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