
Frankreich erwachte am 25. Juni mit der Erkenntnis, dass neun von zehn TGV- oder TER-Zügen fahren werden – das bedeutet, jeder zehnte Zug fällt aus. Die SNCF bestätigte über Nacht, dass das Netz bei der roten Hitzewarnstufe keinen vollständigen Fahrplan aufrechterhalten kann. SNCF Voyageurs-CEO Christophe Fanichet erklärte im Morgensender TF1, dass sich die Gleise ausdehnen, die Oberleitungen durchhängen und die Klimaanlagen in den Zügen „an technologischen Grenzen“ arbeiten, während die Temperaturen bereits im Morgengrauen um die 40 °C lagen. Météo-France setzte 72 der 96 französischen Festlandsdépartements auf „rote Wachsamkeit“, die höchste Warnstufe, weitere 14 erhielten eine orangefarbene Warnung. Diese beispiellose Lage zwingt kritische Betreiber – darunter Bahn-, Straßen- und Versorgungsunternehmen – Notfallpläne zur Geschäftskontinuität umzusetzen. Die SNCF hat ihr Hitzewellen-Protokoll der Stufe 3 aktiviert: Es werden weniger, dafür längere Züge eingesetzt, um etwa gleich viele Fahrgäste zu befördern, Wasserreserven werden an Bahnhöfe in den Regionen Centre-Val-de-Loire und Île-de-France umverteilt, und Wartungsteams sind alle 30 Kilometer stationiert, um Gleisverformungen zu erkennen. Die Serviceeinschränkungen betreffen besonders Pendlerverbindungen zu Stoßzeiten wie Paris–Lyon und Paris–Lille. Multinationale Unternehmen mit Pendlerregelungen müssen nun Notfallmaßnahmen kommunizieren – etwa Homeoffice, flexible Arbeitsplatznutzung oder Fahrgemeinschaftszuschüsse –, damit Mitarbeiter überhitzte Waggons und überfüllte Bahnsteige meiden können. Personalberater weisen zudem darauf hin, dass eine längere Belastung durch Temperaturen über 35 °C nach französischem Arbeitsrecht (Code du travail, Artikel L4131-1 und R4225-2) einen Arbeitsstopp rechtfertigen kann. Reise-Risikoberater warnen, dass die Hitze zu Verzögerungen an den Grenzen führen kann: Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle verlangsamten sich die biometrischen E-Gates am Mittwoch, weil die interne Elektronik überhitzte, was manuelle Passkontrollen und stundenlange Warteschlangen für Schengen- und Nicht-Schengen-Reisende zur Folge hatte. Auch der Eurotunnel reduzierte die Shuttle-Frequenzen, um die Belastung der Stromschienen zu verringern, sodass Firmen-Shuttle-Pässe keine garantierte Beförderung zu den geplanten Zeiten sicherstellen. Meteorologen sagen eine kurze Entspannung nach dem 27. Juni voraus, doch die SNCF will den vollen Fahrplan erst wieder aufnehmen, wenn die maximale Gleistemperatur an zwei aufeinanderfolgenden Tagen unter 48 °C liegt. Mobilitätsplaner müssen daher mit mindestens 96 Stunden anhaltenden Störungen rechnen und sollten alternative Routen über Deutschland, Belgien oder Inlandsflüge bereithalten, falls dringende Reisen unvermeidbar sind.
Quelle: TF1 Info
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Frankreich.Mehr von Frankreich
Alle anzeigen
EU-Visaarbeitsgruppe trifft sich zur Überarbeitung der Ausnahmekriterien – Frankreich fordert strengere Maßnahmen gegen Überziehungen
Frankreich im Zentrum europaweiter Streiks der Flugverkehrskontrolleure – „Luftfahrt-Kollaps“ droht