
Ab sofort müssen kanadische Einwanderungsbeamte bei jeder Einwanderungs-, Studien- oder Arbeitserlaubnisantrag strengere Echtheitsprüfungen der eingereichten Sprachtests durchführen. Die neuen internen Anweisungen, die am 23. Juni verteilt und am 26. Juni veröffentlicht wurden, verpflichten die Beamten dazu, die Fotos auf IELTS-, CELPIP-, TEF Canada- und TCF Canada-Berichten mit den Ausweisdokumenten abzugleichen, Warnlisten der Testanbieter zu überprüfen und verdächtige Fälle an die Betrugsabteilung weiterzuleiten. Diese Maßnahme reagiert auf mehrere aufsehenerregende Fälle, in denen gefälschte Sprachzertifikate genutzt wurden, um Express Entry-Punkte zu manipulieren oder Studiengenehmigungen zu erhalten. Das IRCC betont, dass das Ziel der Maßnahme der Schutz der Programmintegrität sei und keine Benachteiligung legitimer Antragsteller bezweckt wird. Dennoch rechnen Experten mit längeren Bearbeitungszeiten bei Fällen, die zur Zweitprüfung markiert werden – insbesondere aus Ländern mit hohem Antragsvolumen wie Indien, Nigeria und den Philippinen. Compliance-Manager in globalen Mobilitätsteams sollten umgehend die Bewerbungsunterlagen prüfen, um sicherzustellen, dass Sprachtests nur über autorisierte Zentren abgelegt wurden und die persönlichen Daten exakt mit den Reisepässen übereinstimmen. Arbeitgeber, die ausländische Arbeitskräfte über den Global Talent Stream oder den bald startenden Workforce Priority Stream in Ontario sponsern, müssen mit zusätzlichen Dokumentenprüfungen rechnen. Auch Bildungsagenten und Einwanderungsberater sind stärker im Fokus: Gefälschte oder manipulierte Testergebnisse können nun zu Vorwürfen der Falschangabe gegen Antragsteller und Berater führen, was Einreiseverbote von bis zu fünf Jahren nach sich ziehen kann. Das IRCC hat zudem angekündigt, dass die neuen Prüfungen künftig im Rahmen des 800-Millionen-Dollar-Projekts zur Modernisierung der digitalen Plattform automatisiert werden sollen, sodass Betrugsversuche in Zukunft in Echtzeit erkannt werden können.
Quelle: Business Standard