
Kanadas neuestes Regelungspaket für Einwanderungs- und Staatsbürgerschaftsberater tritt am 15. Juli 2026 in Kraft und zielt darauf ab, den Verbraucherschutz zu verbessern und das Vertrauen in das Einwanderungssystem zu stärken. Die im Mai in der Canada Gazette veröffentlichten und am 26. Juni von Beamten erläuterten Vorschriften erweitern die Befugnisse des College of Immigration and Citizenship Consultants (CICC) zur Untersuchung, Disziplinierung und Entschädigung von Kunden, die durch betrügerische Beratung Geld verloren haben. Wichtige Bestimmungen umfassen die verpflichtende öffentliche Veröffentlichung von Disziplinarentscheidungen, klarere Governance-Standards für das College sowie einen neuen Entschädigungsfonds für Opfer von Fehlverhalten lizenzierter Berater. Die Reformen reagieren auf jahrelange Kritik nach aufsehenerregenden Betrugsfällen, die Antragsteller in der Luft hängen ließen oder mit Abschiebung konfrontierten. Von New Canadian Media befragte Anwälte und Wissenschaftler begrüßen stärkere inländische Schutzmaßnahmen, kritisieren jedoch, dass die Maßnahmen nicht ausreichen, um unlizenzierte Berater und Dokumentenhändler im Ausland zu bekämpfen. Viele groß angelegte Betrugsnetzwerke entstehen in informellen Märkten in Asien und Afrika, weit außerhalb der kanadischen Zuständigkeit. Interessenvertreter fordern bilaterale Durchsetzungskooperationen, höhere Ausbildungsstandards für Berater und bessere Aufklärungskampagnen für Antragsteller. Für Arbeitgeber, die Mitarbeiter nach Kanada entsenden, bedeuten die Reformen mehr Transparenz bei der Beauftragung regulierter Vertreter, erinnern aber auch daran, Rekrutierungspartner im Ausland sorgfältig zu prüfen. Multinationale Unternehmen sollten sicherstellen, dass alle externen Berater beim CICC registriert sind und vertragliche Klauseln zur Einhaltung der neuen Vorschriften enthalten. Das IRCC betont, dass der neue Rahmen nur ein Teil einer umfassenderen Anti-Betrugs-Strategie ist, die den Informationsaustausch mit der CBSA, Investitionen in das Digital Platform Modernisation (DPM)-Projekt und bevorstehende gesetzliche Anpassungen des Immigration and Refugee Protection Act umfasst.
Quelle: New Canadian Media