
Der Billigflieger-Riese Ryanair hat am 2. Juli den Druck auf die EU-Behörden erhöht und gewarnt, dass das digitale Ein- und Ausreisesystem (Entry/Exit System) Urlauber in der Hochsaison zu „Versuchskaninchen“ machen könnte, wenn es vollständig umgesetzt wird. Neal McMahon, Chief Operating Officer, nannte den Flughafen Paris-Beauvais als einen von sieben Flughäfen, an denen es bereits „erhebliche Störungen“ durch die erstmalige Erfassung von Fingerabdrücken gibt. Ryanair argumentiert, dass Terminals, die für Kurzstreckenflüge ausgelegt sind, die 60 bis 90 Sekunden pro Passagier für die biometrische Kontrolle nicht bewältigen können, ohne zusätzliches Personal und größere Wartebereiche einzusetzen. Am Flughafen Beauvais starten im Sommer regelmäßig mehr als 1.000 Passagiere pro Stunde; selbst eine Verzögerung von 30 Sekunden pro Reisendem führt zu Warteschlangen von mehreren hundert Metern Länge. Die Fluggesellschaft fordert die Kommission auf, die verpflichtende biometrische Erfassung bis September 2027 zu verschieben – eine Forderung, die auch in einem gemeinsamen Branchenbrief Anfang der Woche erhoben wurde. Der französische Flughafenbetreiber Edeis, der Beauvais betreibt, hat zwar 20 automatische Kioske installiert, rechnet aber dennoch mit Verzögerungen am ersten Wochenende nach Schulferienbeginn. Für Mobilitätsmanager ist dies ein Hinweis, enge Anschlussverbindungen über kleinere französische Flughäfen zu vermeiden. Reisende, die Beauvais nutzen müssen, sollten die von den Airlines angebotene Vorregistrierung abschließen, mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein und die Bordkarten griffbereit halten, um von Mitarbeitern geleitete Fast-Track-Spuren zu nutzen. EU-Bürger, die E-Gates verwenden, sind nicht betroffen, doch Familien mit unterschiedlicher Staatsangehörigkeit werden durch das langsamste Mitglied verzögert. Die französische Grenzpolizei betont, dass sie die Fingerabdruckerfassung vorübergehend aussetzen kann, wenn die Wartezeiten 45 Minuten überschreiten, doch die genauen Kriterien bleiben unklar. Unternehmen sollten soziale Medien wie #CDG und #EES beobachten, um aktuelle Informationen zu Staus und Verzögerungen zu erhalten.
Quelle: The Guardian
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