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Ryanair warnt vor Frankreichs mangelnder Vorbereitung auf biometrische Grenzkontrollen der EU

Juli 3, 2026
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Ryanair warnt vor Frankreichs mangelnder Vorbereitung auf biometrische Grenzkontrollen der EU
Ryanair richtet am 2. Juli eine deutliche Warnung an die Europäische Kommission: Beliebte französische Urlaubsflughäfen wie Paris-Beauvais könnten zum Stillstand kommen, sobald das neue EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) Ende dieses Monats die volle biometrische Erfassung erreicht. Nach dem System müssen alle Nicht-EU-Reisenden bei der ersten Einreise in den Schengen-Raum Fingerabdrücke und ein Gesichtsfoto hinterlegen, die bei jeder weiteren Einreise überprüft werden. Obwohl das EES im April gestartet ist, setzt Frankreich an den Flughäfen bislang auf eine „sanfte“ Einführung, während die technische Ausstattung nachgerüstet wird. Der Sommerverkehr stellt die Kapazitäten jedoch bereits jetzt auf die Probe. Am stark von Billigfliegern genutzten Flughafen Beauvais lagen die Wartezeiten bei einem Testlauf der Terminals am vergangenen Wochenende laut Ryanairs Betriebsleiter Neal McMahon bei über 90 Minuten. Die Airline beklagt, dass dort nur acht funktionierende Terminals für bis zu 4.000 Passagiere in der Spitzenstunde zur Verfügung stehen, was zu manueller Bearbeitung mit etwa einer Minute Verzögerung pro Reisendem führt. Bei einem vollbesetzten Boeing 737 ergibt das an einem einzigen Grenzkontrollpunkt eine Gesamte Verzögerung von über einer Stunde. Die Branchenverbände Airlines for Europe, Airports Council International-Europe und IATA fordern gemeinsam von Brüssel, die verpflichtende Fingerabdruckerfassung im Juli und August auszusetzen, um eine „systemische Blockade“ zu verhindern. Die Kommission hat für nächste Woche ein Krisentreffen mit Mitgliedstaaten und Fluggesellschaften einberufen, hält die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten von rund 70 Sekunden jedoch für „beherrschbar“. Französische Grenzpolizeigewerkschaften entgegnen, dass diese Zahl die Engpässe ignoriert, die entstehen, wenn Familien oder Reisegruppen gemeinsam an ein Terminal treten. Für Geschäftsreisende steht viel auf dem Spiel: Frankreich ist Gastgeber von über 1,3 Millionen Firmenveranstaltungen jährlich, viele Manager pendeln mehrfach im Monat zwischen Paris und Nicht-EU-Drehkreuzen wie London, New York oder Dubai. Verpasste Anschlussflüge können zu Visaüberschreitungen und unerwarteten Hotelkosten führen. Experten für Reiserichtlinien raten daher Schengen-Entsandten, längere Umsteigezeiten einzuplanen, Passdaten vorab in Airline-Apps zu hinterlegen und, wo möglich, Live-Warteschlangenanzeigen zu nutzen. Französische Flughafenbetreiber betonen, dass das Chaos nur von kurzer Dauer sein werde, sobald Vielflieger erfasst sind. Ryanair hingegen warnt, dass der Sommeransturm der falsche Zeitpunkt für einen Stresstest sei. Sollte Brüssel keine saisonale Ausnahmegenehmigung erteilen, müssen Mobilitätsteams damit rechnen, dass längere Wartezeiten an französischen Grenzkontrollen – vor allem für Erstbesucher – zumindest bis zur Urlaubssaison 2026 zur neuen Normalität werden.
Quelle: The Guardian

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