
Bei einer Rede in Cork am 3. Juli verteidigte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, das neue Schengen-Einreise-/Ausreisesystem (EES) als Instrument für „mehr Transparenz“. Zugleich räumte sie ein, dass mehrere Mitgliedstaaten – darunter Italien – technische Bedenken geäußert haben, die vor dem vollständigen Rollout noch gelöst werden müssen. Italienische Grenzpolizeigewerkschaften beklagen, dass die an Flughäfen gelieferten biometrischen Terminals noch keine italienischsprachigen Benutzeroberflächen bieten und der Datenaustausch mit der nationalen „Piattaforma Visa“ während der Stoßzeiten ausfällt. Autovermietungen befürchten längere Wartezeiten an den Landgrenzen während der August-Reisewelle, falls die Probleme bestehen bleiben. Von der Leyen erklärte, Brüssel arbeite „mit nationalen IT-Teams und Frontex“ daran, Software-Updates zu optimieren und die Einführung zeitlich zu staffeln. Für italienische Unternehmen bedeutet das EES das Ende der Passstempel: Stattdessen werden Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Reisenden automatisch erfasst – eine Umstellung, die Personalabteilungen bei der Berechnung der Schengen-Tage für Geschäftsreisende berücksichtigen müssen. Ein Verlassen des Schengen-Raums nach Ablauf der erlaubten Aufenthaltsdauer wird automatisch als Überziehung registriert und erschwert künftige Visaanträge. Reiseveranstalter raten ihren Kunden, die Reisendenprofile rechtzeitig mit der Zustimmung zur biometrischen Datenerfassung zu aktualisieren, um Staus an Flughäfen zu vermeiden. Datenschutzaktivisten in Rom fordern unterdessen Garantien, dass gespeicherte Fingerabdrücke nicht ohne richterliche Kontrolle an nationale Strafregister weitergegeben werden. Die Kommission wird am 15. September einen Bericht zum Umsetzungsstand vorlegen; italienische Akteure hoffen, dass die verbleibenden technischen Probleme rechtzeitig vor dem Weihnachtsreiseverkehr behoben sind.
Quelle: ANSA Europa
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