
Ein 24-stündiger nationaler Streik im italienischen Luftverkehr am Sonntag, den 5. Juli, wird voraussichtlich auch auf das benachbarte Frankreich übergreifen und zahlreiche grenzüberschreitende Flüge sowie Frachtverkehre stören. Der Ausstand – an dem Fluglotsen, Bodenabfertigungsfirmen und das Kabinenpersonal von easyJet beteiligt sind – hat die Fluggesellschaften dazu gezwungen, Flüge vorsorglich zu streichen oder Frequenzen auf den stark frequentierten Strecken Mailand–Paris und Rom–Paris zusammenzulegen. Air France hat acht Hin- und Rückflüge zwischen Paris-Charles-de-Gaulle und Mailand Linate/Malpensa gestrichen und die Passagiere auf größere A321-Flugzeuge später am Tag umgebucht. EasyJet, dessen französische Tochtergesellschaft zahlreiche Mailand–Paris-Verbindungen betreibt, rechnet mit einer Kürzung von mindestens 30 % ihres Flugplans und warnt, dass sich Verzögerungen durch Umlagerungen von Flugzeugen und Crews bis in den Montag hineinziehen könnten. Geschäftsreisende, die zur Design Week nach Turin oder zu französischen Hauptsitzen von italienischen Werken reisen, sollten den Flugstatus überprüfen und alternative Bahnverbindungen wie den direkten TGV Mailand–Paris in Betracht ziehen, wobei die Sitzplatzverfügbarkeit aufgrund paralleler Kapazitätsreduzierungen infolge der Hitzewelle knapp ist. Nach EU-Verordnung 261 unterscheiden sich Entschädigungsregelungen je nachdem, ob der Streik von Fluggesellschaftsmitarbeitern oder externen Dienstleistern ausgeht; Unternehmen müssen daher möglicherweise die Erstattungsansprüche mit den betroffenen Beschäftigten klären. Spediteure, die zeitkritische Ersatzteile zwischen der Lombardei und dem Luftfahrtcluster Île-de-France transportieren, haben ihre Sendungen auf den Straßenverkehr und den Frachtknotenpunkt Luxemburg verlagert, um Ausfälle bei der Bodenabfertigung in Malpensa zu umgehen. Italienische Gewerkschaften signalisieren weitere Streikaktionen vom 23. bis 26. Juli, falls die Lohnforderungen nicht erfüllt werden – ein Szenario, das mit dem französischen Hauptferienzeitraum zusammenfällt und die grenzüberschreitenden Reiseprobleme für multinationale Unternehmen mit Standorten in beiden Ländern verschärfen würde.
Quelle: FIRSTonline