
Das wichtigste Drehkreuz der Lombardei erlebte einen der schwierigsten Betriebstage des Jahrzehnts: Sky TG24 berichtete von rund 150 Flugausfällen und zahlreichen Verspätungen am Flughafen Mailand-Malpensa (MXP). Zwei getrennte 24-Stunden-Streiks trafen dort zusammen: der landesweite EasyJet-Crew-Streik und ein Ausstand des ENAV-Fluglotsenpersonals, der speziell Malpensa betraf. Während die meisten Langstreckenflüge durch Italiens garantierte Flugregelungen geschützt waren, wurde das Kurzstreckennetz zu den europäischen Wirtschaftszentren stark beeinträchtigt. Swiss, Lufthansa und Air France-KLM leiteten Passagiere über Zürich und Frankfurt um, und die Flughafenbetreiber SEA richteten provisorische „Ruhezonen“ mit zusätzlichen Steckdosen und kostenlosen Snacks für gestrandete Reisende ein. Auch Frachtspediteure spürten die Auswirkungen: Der Integrator DHL leitete zwei nächtliche Frachtflüge nach Leipzig um. Die doppelte Belastung verdeutlicht die Verwundbarkeit Malpensas: Im Gegensatz zu Rom-Fiumicino fehlt hier eine Hochgeschwindigkeitszug-Alternative für Passagiere, die auf den Schienenverkehr umsteigen möchten. Firmenmobilitätsteams mit Mitarbeitern in Norditalien sollten bei angekündigten Streiks in Erwägung ziehen, Flüge über Mailand-Linate oder sogar Verona zu buchen. ENAV-Fluglotsen warnen, dass die heutige Aktion „symbolisch“ sei und ein vollständiger 48-Stunden-Streik für den 27. bis 28. Juli bereits genehmigt wurde, falls keine Einigung zur Angleichung der Gehälter im paneuropäischen Fluglotsen-Netzwerk erzielt wird.
Quelle: Sky TG24