
Uiltrasporti meldet eine „starke“ Beteiligung am 24-stündigen Streik der easyJet-Flug- und Kabinenbesatzung in Italien. Interne Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 70 Prozent der Dienstpläne krankgemeldet oder abgelehnt wurden, was die Fluggesellschaft zwang, dutzende Inlands- und inner-europäische Flüge zu streichen. Der Streik fällt mit einem größeren Protest im Bereich Bodenabfertigung und Flugsicherung zusammen, beruht jedoch auf einem separaten Konflikt um Löhne und Ruhezeiten. easyJet bietet kostenlose Umbuchungen oder Rückerstattungen an und hat, wo möglich, Ersatzflugzeuge angemietet, doch Engpässe bei der Abfertigung in Mailand-Malpensa und Neapel erschweren die Erholung. Der Marktanteil von easyJet in Italien ist seit der Reduzierung regionaler Verbindungen durch ITA Airways auf 12 Prozent gestiegen, was eine verlässliche Personalplanung für die Sommerhochsaison unerlässlich macht. Arbeitsrechtler weisen darauf hin, dass die italienischen Crews von easyJet unter britischen Arbeitsverträgen mit italienischen Zusatzvereinbarungen stehen, was bei Überstundenzahlungen Grauzonen schafft. Die Verhandlungen stockten im Mai, als das Unternehmen eine Gehaltserhöhung von 5 Prozent anbot – deutlich unter der Inflationsrate. Uiltrasporti droht nun mit rollierenden 48-Stunden-Streiks an jedem Wochenende bis zum 15. August, falls kein neuer Vertrag zustande kommt. Für Firmenmobilitätsteams ergeben sich daraus zwei Herausforderungen: Sie müssen möglicherweise Reisende auf traditionelle Airlines mit höheren Tarifen umstellen und sehen sich potenziellen EU-261-Entschädigungsansprüchen gegenüber, falls Kunden gestrandet sind. Reisende mit easyJet-Flügen in Italien in den nächsten sechs Wochen sollten die Gewerkschaftsankündigungen genau verfolgen und flexible oder vollständig erstattungsfähige Tickets in Betracht ziehen. Der Konflikt verdeutlicht zudem den allgemeinen Personalmangel in der europäischen Luftfahrt; die Beratung ICF prognostiziert, dass italienische Airlines bis 2027 einen Mangel von 3.000 lizenzierten Kabinenmitarbeitern haben werden, sofern die Gehälter nicht deutlich steigen.
Quelle: LaMiaFinanza