
Italiens erstes großes Sommerferienwochenende geriet am 5. Juli ins Chaos, als die Transportgewerkschaft Cub Trasporti und weitere Branchengewerkschaften zu einem koordinierten 24-Stunden-Streik entlang der gesamten zivilen Luftfahrtkette aufriefen. Von 00:01 bis 23:59 legten Cockpit- und Kabinenpersonal, Bodenabfertiger, Catering- und Reinigungskräfte, Tankpersonal sowie einige Flugverkehrstechniker an nahezu allen kommerziellen Flughäfen des Landes die Arbeit nieder. Der Streik ist die jüngste Eskalation eines langanhaltenden Konflikts um Löhne und Arbeitsbedingungen, der begann, als der nationale Tarifvertrag für Flughafenabfertigungspersonal Ende 2025 auslief. Die Gewerkschaften werfen den Arbeitgebern, organisiert in Assohandlers, vor, die Inflation nicht auszugleichen und kurzfristige Sommerkräfte als dauerhafte Lösung für die strukturelle Unterbesetzung einzusetzen. Zudem kritisieren sie die jüngste Regierungsverordnung, die Flughafengebühren deckelt, aber gleichzeitig zusätzliches Sicherheitspersonal für das neue EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) vorschreibt – die Kosten würden einfach auf die Beschäftigten abgewälzt. Bis zum Nachmittag meldete die italienische Luftfahrtbehörde ENAC über 550 Flugausfälle und mehrere hundert Verspätungen. Die größten Störungen gab es an den Flughäfen Rom-Fiumicino, Mailand-Malpensa, Venedig-Marco Polo und Neapel, während kleinere Regionalflughäfen wie Ancona und Brindisi dank vorgezogener Flugplananpassungen nahezu normal operierten. Die gesetzlich geschützten „fasce di garanzia“ (07:00–10:00 und 18:00–21:00) sorgten für ein minimales Flugangebot, doch die Auswirkungen auf Anschlussverbindungen waren weit über die italienischen Grenzen hinaus spürbar, da europäische Airlines Crews und Equipment umleiten mussten. Reiseveranstalter warnen, dass der heutige Streik nur ein Vorgeschmack auf einen arbeitsreichen Herbst ist: Die nationalen Tarifverhandlungen für Flugpersonal und Bodenpersonal müssen bis September abgeschlossen sein. Multinationale Arbeitgeber mit Niederlassungen in Italien werden dringend gebeten, großzügige Zeitpuffer für Verbindungen im Juli und August einzuplanen, auf Bahnalternativen bei Inlandsverbindungen zurückzugreifen und ihre Mitarbeiter über ihre Rechte auf Umbuchung und Hotelunterbringung gemäß EU261 zu informieren. Für Teams im Bereich globale Mobilität ist der Streik eine Mahnung, dass Arbeitsbeziehungen weiterhin ein entscheidender Risikofaktor für Reisen in Südeuropa sind. Notfallbudgets für teure Last-Minute-Tickets und zusätzliche Reisetage werden zunehmend notwendig, um Projektzeitpläne während der Hauptreisezeit einzuhalten.
Quelle: Agenzia Nova