
Datenschützer und Branchenverbände üben Druck auf Innenministerin Shabana Mahmood aus, damit sie das seit langem angekündigte Gesetz zur Regulierung des Einsatzes von Gesichtserkennungstechnologie durch Polizei und Grenzschutz veröffentlicht, berichtet Biometric Update (7. Juli). Eine zehnwöchige Konsultation des Innenministeriums endete im Februar, doch Entwurfsparagraphen liegen bislang nicht vor, sodass die Behörden weiterhin auf fragmentarische Leitlinien aus dem Jahr 2024 angewiesen sind. Kritiker warnen, dass sich die Technologie rasant ausbreitet: Supermärkte wie Sainsbury’s haben die Anzahl der Facewatch-Kameras in den Selbstbedienungskassen verdreifacht, während die Grenzschutzbehörde Gesichtserkennung an eGates und in neuen mobilen Einheiten zur Einwanderungskontrolle einführt. Ohne gesetzliche Schutzvorkehrungen drohen dem Vereinigten Königreich rechtliche Auseinandersetzungen ähnlich denen, die 2020 die South Wales Police zwangen, ihre Tests auszusetzen. Auch die Wirtschaft fordert klare Regeln. Flughafenbetreiber, die in biometrische Korridore der nächsten Generation investieren, wollen sicherstellen, dass der Datenaustausch mit der Polizei den Vorgaben der UK-GDPR entspricht, und Technologieanbieter drängen auf einen einheitlichen Zertifizierungsstandard, um die Beschaffung zu beschleunigen. Insider machen die begrenzte politische Kapazität verantwortlich: Die parlamentarische Zeit wird vom Einwanderungs- und Asylgesetz dominiert, wodurch das Gesetz zur Gesichtserkennung erst im Herbst behandelt wird. Das Innenministerium erklärt, es werte 21.000 Konsultationsantworten aus und werde den Gesetzesentwurf „später in diesem Jahr“ veröffentlichen. Für Manager im Bereich globale Mobilität bedeuten die unsicheren Regelungen weiterhin sorgfältige Prüfungen beim Einsatz biometrischer Korridore. Arbeitgeber sollten ihre Datenschutzhinweise aktualisieren und die Einhaltung der Vorgaben durch Anbieter genau beobachten, bis gesetzliche Klarheit geschaffen ist.
Quelle: Biometric Update