
Der erste Arbeitstag der Woche in Hongkong begann am 7. Juli mit starkem Regen, nachdem das Observatorium kurz vor Tagesanbruch eine Amber-Warnung für Starkregen herausgegeben hatte. Innerhalb von weniger als zwei Stunden fielen in großen Teilen der New Territories mehr als 50 mm Regen, was die Behörden dazu zwang, Hochwasserprotokolle zu aktivieren und mehrere tiefer gelegene Straßen in Yuen Long und Sheung Shui zu sperren. Die Feuerwehr meldete bis zum Mittag mindestens 11 hochwasserbedingte Einsätze, darunter zwei liegengebliebene Grenzbusse in der Nähe von Lok Ma Chau. Am Hongkonger Flughafen versuchten die Fluggesellschaften, die Abflugzeiten neu zu koordinieren, da der starke Regen die Sicht auf der Start- und Landebahn stark einschränkte. Bis zum Mittag zeigten Online-Flugtracker mindestens 23 gestrichene und weitere 37 verspätete Abflüge, wobei Langstreckenflüge nach Vancouver (CX810), Los Angeles (CX882) und Phuket (CX770/771) besonders betroffen waren. Cathay Pacific und HK Express warnten Reisende, die Online-Umbuchungstools zu nutzen und erst nach Bestätigung des Flugstatus zum Flughafen zu kommen. Auch Frachtunternehmen berichteten von ähnlichen Verzögerungen, was die Just-in-Time-Lieferketten für Fabriken in Guangdong gefährdet. Die Landverbindungen waren ebenfalls beeinträchtigt. Mehrere Linienbusse Richtung Shenzhen-Grenze kamen nur noch im Schritttempo voran, während das Verkehrsamt vor 30-minütigen Staus an den Grenzübergängen Shenzhen Bay und Lok Ma Chau warnte, da Fahrzeuge auf überfluteten Zufahrtsstraßen nur mit reduzierter Geschwindigkeit passieren konnten. Die MTR Corporation fuhr auf den East Rail- und Tuen Ma-Linien nach „Nasswetter“-Fahrplan und setzte zusätzliches Personal an den Stationseingängen ein, um glatte Oberflächen zu kontrollieren. Für Geschäftsreisende war die Störung eine deutliche Erinnerung daran, dass das Sommerwetter in Hongkong genauso mobilitätsgefährdend sein kann wie Taifune. Reisebüros rieten Unternehmen mit regionalen Meetings in Shenzhen und Guangzhou, zwischen Juli und Anfang September größere Zeitpuffer einzuplanen, da in dieser Zeit häufig Monsuntröge auftreten. Auch Firmen, die in dieser Saison Mitarbeiter umziehen, sollten mögliche regenbedingte Verzögerungen bei Bauarbeiten, Inspektionen, Mietbeginn und Möbelanlieferungen einkalkulieren. Die Amber-Warnung wurde um 12:47 Uhr aufgehoben, doch die Wettervorhersage warnte vor weiteren Gewittern in den nächsten 48 Stunden. Angesichts der bevorstehenden Taifunsaison überprüfen Flughafenbeteiligte nun Notfallpläne und prüfen den verstärkten Einsatz von Vorabkontrollen der Einreise für Umsteigepassagiere – eine Maßnahme, die sich beim Rekordregen im September letzten Jahres bewährt hat. Reisende werden in den kommenden Wochen dringend gebeten, vor Abreise die Apps der Fluggesellschaften und das Live-Dashboard der Flughafenbehörde zu verfolgen.
Quelle: South China Morning Post