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Hongkonger Gewerkschaft fordert zusätzliche Abgabe von 100 HK$ pro importiertem Arbeiter

Juli 8, 2026
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Hongkonger Gewerkschaft fordert zusätzliche Abgabe von 100 HK$ pro importiertem Arbeiter
Die langjährige Debatte in Hongkong über den Ausgleich zwischen Arbeitskräftemangel und dem Schutz lokaler Arbeitsplätze nahm am 7. Juli eine neue Wendung, als die Föderation der Arbeitsgewerkschaften von Hongkong und Kowloon 51 Vorschläge für die bevorstehende Politische Rede des Regierungschefs vorstellte. Im Mittelpunkt des Pakets steht die Forderung, die monatliche Abgabe, die Arbeitgeber für jeden unter den staatlichen Arbeitsimportprogrammen eingestellten Mitarbeiter zahlen, von 400 HK$ auf 500 HK$ anzuheben. Der Vorsitzende der Gewerkschaft und Abgeordnete Lam Chun-sing argumentierte, dass die zusätzlichen 100 HK$ in einen speziellen Bildungs- oder Berufsbildungsfonds fließen sollten. „Wenn Unternehmen von günstiger ausländischer Arbeitskraft profitieren, sollten sie auch in die Weiterbildung lokaler Arbeitnehmer investieren, damit diese wettbewerbsfähig bleiben“, so Lam. Er wies darauf hin, dass Sicherheitskräfte, Reinigungspersonal und Gastronomieangestellte zu den Berufsgruppen gehören, die am stärksten von der Einstellung ausländischer Arbeitskräfte betroffen sind.

Hongkong betreibt mehrere Zulassungsprogramme – insbesondere das Enhanced Supplementary Labour Scheme (ESLS) sowie spezielle Programme für die Luftfahrt-, Bau- und Pflegeheimbereiche –, die es Arbeitgebern ermöglichen, Stellen zu besetzen, nachdem sie einen Mangel an lokalen Bewerbern nachgewiesen haben. Die Quoten wurden seit 2023 schnell ausgeweitet, da die Stadt mit einer alternden Bevölkerung und Personalengpässen nach der Pandemie zu kämpfen hat. Die Gewerkschaft fordert strengere „Tier-2“-Verhältnisse (derzeit 3:1 lokal zu importiert im Gastronomiebereich), die automatisch in anderen Branchen greifen sollen, sobald vorgegebene Schwellenwerte bei Stellenangeboten und Arbeitslosigkeit überschritten werden.

Unternehmen dürften Widerstand leisten und warnen, dass höhere Abgaben die Betriebskosten erhöhen könnten, gerade jetzt, wo Tourismus und Einzelhandel sich noch erholen. Für multinationale Konzerne, die auf innerbetriebliche Versetzungen und regionale Zentren in Hongkong angewiesen sind, unterstreicht der Vorschlag jedoch das sich wandelnde regulatorische Umfeld: Mobility-Manager sollten mögliche Gebührenerhöhungen zusätzlich zu bestehenden Visa-, Versicherungs- und Unterkunftskosten einplanen. Sollte die Abgabe im Herbst in der Politischen Rede beschlossen werden, würde sie bereits ab 2027 stadteinheitlich gelten. Kurzfristig hat der Vorschlag keine rechtliche Wirkung, signalisiert jedoch eine wachsende politische Dynamik, die Arbeitsimportprogramme sozial verträglicher gestalten will. Unternehmen, die für 2027-28 umfangreiche Rekrutierungsprogramme oder große Entsendungen von Expatriates planen, sollten die Konsultation genau verfolgen und sich mit Stellungnahmen beim Arbeits- und Sozialamt einbringen.
Quelle: RTHK

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