
Eine Woche nach Beginn des neuen Finanzjahres wird die Belastung durch die jüngste Erhöhung der Visaantragsgebühren (VAC) in Australien deutlich. Laut der Verbraucherfinanz-Website Finder hat das Innenministerium zum 1. Juli die Gebühren in fast allen Kategorien angehoben. Die stärkste Steigerung traf die Resident Return Visa (Unterklassen 155/157), deren Kosten von 490 AUD auf 1.475 AUD stiegen – ein Anstieg um 201 %, den Daueraufenthalter nun alle fünf Jahre einplanen müssen. Auch die Kosten für Partner-Migration sind deutlich gestiegen: Die kombinierte Gebühr für die Unterklassen 820/801 liegt jetzt bei 11.710 AUD, ein Plus von 25 %. Hinzu kommen die Ausgaben vieler Paare für Gesundheitschecks, Übersetzungen und Beratung durch Migrationsagenten. Internationale Studierende sind von derselben 25-%-Erhöhung betroffen, die Grundgebühr für ein Visum der Unterklasse 500 stieg von 2.000 AUD auf 2.500 AUD. Die Gebühren für Working-Holiday-Visen erhöhten sich von 670 AUD auf 840 AUD im ersten Jahr und auf 1.000 AUD im zweiten Jahr – ein kumulierter Anstieg von 37 %, der potenzielle Gap-Year-Reisende abschrecken könnte. Die Regierung begründet die Maßnahmen als notwendig, um das Migrationsprogramm „finanziell nachhaltig“ zu halten, doch Kritiker bemängeln, dass die Erhöhung die Inflationsrate weit übersteigt und die Lebenshaltungskostenkrise für Neuankömmlinge verschärfen wird. Migrationsagenten berichten, dass einige Familien Anträge verzögern oder ganz aufgeben; Universitäten befürchten, dass die höheren Studentengebühren einen ohnehin schon unter Druck stehenden Sektor durch strengere Arbeitszeitregelungen und globale Konkurrenz zusätzlich belasten. Für Arbeitgeber bedeuten die stärkeren Erhöhungen bei Kurzzeit-Spezialistenvisa (Unterklasse 400) und Trainingsvisa (Unterklasse 407) höhere Kosten bei der Einstellung ausländischer Fachkräfte oder Absolventen. Unternehmen mit global mobilen Mitarbeitern werden dringend aufgefordert, ihre Umzugskostenbudgets sofort anzupassen und dringende Anträge noch vor der nächsten Gebührenanpassung im Jahr 2027 einzureichen. Die Juli-Erhöhung der Visaantragsgebühren ist ein Teil eines umfassenderen Resets des Migrationssystems, der im Bundeshaushalt im Mai angekündigt wurde. Da das Finanzministerium weiterhin eine Nettozuwanderung von 260.000 Personen pro Jahr anstrebt, erwarten Beobachter, dass künftige Änderungen eher auf die Bearbeitungsrückstände und Integritätsmaßnahmen abzielen werden, statt auf weitere drastische Gebührenerhöhungen – doch vorerst bleibt potenziellen Migranten kaum eine andere Wahl, als zu zahlen oder zu bleiben.
Quelle: Finder