
Die auf Einwanderung spezialisierte Kanzlei Roam Migration Law warnt, dass Australiens größte Neugestaltung der Gebühren für Fachkräftevisa seit einem Jahrzehnt nun in Kraft ist. Wie in ihrem Bericht vom 8. Juli auf Mondaq erläutert, stieg die Core Skills Income Threshold (CSIT) für arbeitgebergesponserte Nominierungen um 3,8 % auf 79.423 AUD, während die Specialist Skills Income Threshold (SSIT) auf 146.576 AUD angehoben wurde. Die Temporary Skilled Migration Income Threshold (TSMIT) für regionale Visa entspricht dem CSIT-Wert. Gleichzeitig erhöhten sich die Visa-Antragsgebühren für das zentrale Skills-in-Demand-Visum (Subclass 482) um etwa 25 %: Ein Erstantrag kostet jetzt 4.015 AUD statt 3.210 AUD im Vorjahr. Die Gebühren für ENS (Subclass 186) und Regional 494 Visa stiegen ähnlich stark und belaufen sich auf etwa 1.200 AUD mehr pro Antragsteller. Die Regierung begründet die deutliche Erhöhung damit, dass die Gebühren näher an die tatsächlichen Bearbeitungskosten heranrücken und niedrig bezahlte Sponsorships unattraktiver machen sollen. Für Personal- und Mobilitätsmanager bedeuten die Änderungen eine sofortige Anpassung der Budgets. Ein IT-Fachmann mit einem Gehalt von 78.000 AUD, der bisher die Anforderungen erfüllte, verfehlt nun die neue CSIT-Grenze und muss entweder eine Gehaltserhöhung erhalten oder auf eine andere Visastrategie ausweichen. Auch die Kosten für mehrjährige Einsätze steigen, da die Visa-Antragsgebühr bei jeder Nominierungsverlängerung erneut fällig wird. Unternehmen mit noch vor dem 1. Juli vorbereiteten, aber noch nicht eingereichten Anträgen sind nun unter Druck: Es gilt die zum Einreichungsdatum gültige Gebühr und Schwelle, weshalb Berater zu einer beschleunigten Einreichung oder einer Überprüfung der Vergütungspakete raten. Organisationen mit größeren Einstellungswellen – insbesondere aus den Bereichen Bergbau, Gesundheitswesen und Ingenieurwesen – kalkulieren die zusätzlichen Ausgaben für die Talentpipeline im Geschäftsjahr 2026-27. Für die Zukunft kündigt das Innenministerium an, die Einkommensgrenzen jährlich anhand des Durchschnittslohns (Average Weekly Ordinary Time Earnings, AWOTE) zu überprüfen. Arbeitgeber sollten daher mit jährlichen Anpassungen im Juli rechnen, was proaktive Gehaltsüberprüfungen und frühzeitige Visaverlängerungen zur neuen Normalität macht, um Compliance und Kontinuität der Belegschaft sicherzustellen.
Quelle: Roam Migration Law via Mondaq