
Eine neue Analyse der australischen Vergleichsplattform Finder zeigt, dass die ab dem 1. Juli 2026 eingeführten Visumantragsgebühren (VACs) deutlich stärker steigen als die bisher üblichen Anpassungen an den Verbraucherpreisindex (CPI). Einige Kategorien verzeichnen Erhöhungen von über 200 Prozent. Die größte Einzelanhebung betrifft das Resident Return Visa (Unterklasse 155/157) – das wichtige Dokument, das es dauerhaften Einwohnern ermöglicht, Australien zu verlassen und zurückzukehren. Die Gebühr ist von 490 AUD auf 1.475 AUD gestiegen, ein Anstieg um 201 Prozent. Studentenvisa kosten nun 2.500 AUD statt bisher 2.000 AUD, während die Partner-Visa-Gebühr auf 11.710 AUD kletterte. Working-Holiday-Teilnehmer zahlen im ersten Jahr 840 AUD und im zweiten Jahr 1.000 AUD, was die Kosten für einen zweijährigen Aufenthalt um fast 500 AUD erhöht. Finder warnt, dass diese Erhöhungen in einer Zeit kommen, in der die Australier ohnehin mit steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben. Für global mobile Fachkräfte und ihre Arbeitgeber bedeuten die höheren Gebühren einen erheblichen zusätzlichen finanziellen Aufwand. Unternehmen, die Angehörige sponsern, müssen für jedes Familienmitglied mit höheren Kosten rechnen, und Mobilitätsrichtlinien, die staatliche Gebühren erstatten, sollten umgehend angepasst werden. Migrationsberater weisen darauf hin, dass die neuen Gebühren ab dem Zeitpunkt der tatsächlichen Antragstellung gelten, nicht bereits bei der Antragserstellung. Zeitkritische Anträge, die nach Geschäftsschluss am 30. Juni eingereicht werden, könnten bereits mit den höheren Tarifen belastet sein. Die Bundesregierung verteidigt die Änderungen als notwendig, um Serviceverbesserungen zu finanzieren und spekulative Anträge zu verhindern. Branchenverbände wie die Australian Chamber of Commerce and Industry warnen jedoch, dass der drastische Anstieg Talente abschrecken könnte – gerade in Zeiten, in denen in den Bereichen Ingenieurwesen, Gesundheitswesen und Hightech-Fertigung Fachkräftemangel herrscht.
Quelle: Finder