
Rekordtemperaturen ließen diese Woche in Nordfrankreich und Südengland Oberleitungen und Schienen verformen, was Eurostar dazu zwang, zwischen dem 5. und 9. Juli zahlreiche Verbindungen zu streichen. Die Reise-Update-Seite des Betreibers, zuletzt aktualisiert am 8. Juli um 17:53 Uhr MEZ, listet umfangreiche Ausfälle für diesen Zeitraum auf und warnt, dass auch nach Abkühlung der Gleise weiterhin Verzögerungen zu erwarten sind. Die Störung trifft eine wichtige Verkehrsader für Pendler über den Ärmelkanal: Über 30 % der Eurostar-Passagiere auf der Strecke Paris–London sind Geschäftsreisende, darunter viele Mitarbeiter, die zwischen französischen Hauptquartieren und britischen Tochtergesellschaften pendeln. Alternative Flugkapazitäten sind aufgrund eines gleichzeitigen Streiks der Fluglotsen knapp, während Straßen- und Fährverbindungen wegen EES-bedingter Engpässe in Calais belastet sind. Eurostar bietet kostenlose Umbuchungen oder Erstattungen innerhalb von 60 Tagen an und hat die Erstattungslimits für Nutzer von SNCF Connect und Trainline France aufgehoben. Für reine Bahnreisen zu Meetings könnte es jedoch notwendig sein, über Lille-Brüssel-London mit Thalys/ICE umzusteigen, falls keine Plätze mehr verfügbar sind. Klimaforscher von Météo-France weisen darauf hin, dass die Gleistemperaturen nahe Amiens 45 °C überschritten haben – Werte, die in zukünftigen Sommern voraussichtlich häufiger auftreten und eine verbesserte Widerstandsfähigkeit der Bahninfrastruktur erfordern.
Quelle: Eurostar travel updates