
Ein Untersuchungsausschuss der Nationalversammlung veröffentlichte am 8. Juli einen ernüchternden Bericht zur Migrationspolitik an der Nordküste Frankreichs. Die Berichterstatterin Elsa Faucillon beschreibt die Lage in Calais nach 40 Jahren französisch-britischer Abkommen als „eine dramatische humanitäre Krise“, die die Überfahrten nicht verhindern konnte. Der Bericht kritisiert das für 2025 geplante „Eins rein, eins raus“-Abkommen – wonach Großbritannien kleine Bootsankünfte zurückweisen darf, wenn es im Gegenzug eine gleiche Anzahl von Asylsuchenden aus Frankreich aufnimmt – als unausgewogen und undurchsichtig. Bis zum 11. Juni wurden 951 Personen nach Frankreich zurückgeschickt, während nur 935 ins Vereinigte Königreich aufgenommen wurden – bei über 40.000 Ankünften in England im Jahr 2025. Die Abgeordneten verurteilen Frankreichs Rolle als „Subunternehmer“, der durch britische Zahlungen finanziert wird, und fordern, dass künftige Abkommen vom Parlament ratifiziert werden. Zu den Empfehlungen zählen ein Waffenverbot bei Strandkontrollen, der Verzicht auf gefährliche Boarding-Methoden auf See, die London durchsetzt, sowie die Einrichtung würdevoller Aufnahmezentren entlang der Küste. Für Unternehmen, die Mitarbeiter über die Häfen von Calais oder Dunkerque verlegen, könnten die Ergebnisse auf politische Änderungen hindeuten, die Polizeitaktiken und Bearbeitungszeiten an den Grenzkontrollen beeinflussen.
Quelle: Le Monde