
Reisende in die Europäische Union – darunter auch Besucher Polens – müssen in diesem Jahr keine €20 Gebühr für das European Travel Information and Authorisation System (ETIAS) zahlen. Laut einem Bericht der Financial Times, bestätigt von EU-Beamten und am 7. Juli von der polnischen Tageszeitung *Rzeczpospolita* aufgegriffen, haben die Mitgliedstaaten und die Agentur eu-LISA beschlossen, den Start auf 2027 zu verschieben. Grund dafür sind lange Warteschlangen an Flughäfen und Landgrenzen nach der vollständigen Einführung des Entry/Exit-Systems (EES). Das EES, das seit dem 10. April 2026 voll funktionsfähig ist, verlangt von Nicht-EU-Bürgern die Abgabe von Fingerabdrücken und Gesichtsbildern bei der ersten Grenzüberquerung. Fluggesellschaften und Flughäfen kritisieren, dass die Anzahl der Kioske und das Personal unterschätzt wurden; Ryanair berichtete von Passagierabfertigungszeiten von bis zu 90 Minuten in Spitzenzeiten. EU-Innenkommissar Magnus Brunner räumte die Störungen ein, machte jedoch einige Staaten für „unzureichende Infrastruktur“ verantwortlich. Er forderte die Hauptstädte – darunter auch Polen – auf, die Beschaffung zusätzlicher automatischer Grenzkontrollsysteme zu beschleunigen und die Vorregistrierung der Fluggesellschaften vor dem nächsten Sommeransturm zu integrieren. Für polnische Unternehmen ist die Verschiebung von ETIAS ein zweischneidiges Schwert: Touristen aus visafreien Ländern wie den USA, Großbritannien und Kanada sparen in diesem Jahr die neue Gebühr, was den Reiseverkehr fördern könnte, doch die kommerzielle Luftfahrtbranche sieht sich weiterhin mit Unsicherheiten bei Systemschnittstellen und Schulungen konfrontiert. Geschäftsreisende sollten beachten, dass nach Inkrafttreten von ETIAS eine Reisegenehmigung mindestens 96 Stunden vor Abflug erforderlich sein wird.
Quelle: Rzeczpospolita
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