
Am 9. Juli um 17:00 Uhr hat der italienische Bahninfrastrukturbetreiber RFI den gesamten Verkehr auf der wichtigen Küstenstrecke Rom–Neapel zwischen Formia und Minturno Scauri eingestellt, nachdem eine mutmaßlich nicht detonierte Artilleriegranate aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt wurde. Die Sperrung betraf sofort sowohl den Fernverkehr der Intercity-Züge als auch den regionalen Nahverkehr, wodurch Hunderte von Fahrgästen während des abendlichen Berufsverkehrs gestrandet sind. Trenitalia richtete Ersatzbusse ein, doch die Fahrzeiten zwischen der Hauptstadt und Kampanien verlängerten sich um bis zu zwei Stunden. Güterverkehrsunternehmen melden Umleitungen über die innerländische Hochgeschwindigkeitsstrecke, die jedoch nur begrenzte Kapazitäten und andere Signaltechnik aufweist. Experten der italienischen Armee vom 21. Pionierregiment wurden zum Einsatzort geschickt; die Zivilschutzbehörden gehen davon aus, dass eine kontrollierte Sprengung über Nacht erfolgen könnte, die Räumungsarbeiten sich jedoch bis Freitagmorgen hinziehen können. Die Sperrung macht die Verwundbarkeit des veralteten konventionellen Schienennetzes in Italien deutlich, das trotz der medienwirksamen Hochgeschwindigkeitszüge weiterhin den Großteil des Güter- und Regionalverkehrs abwickelt. Für Lieferketten, die frische Produkte aus dem Süden zu den Großhandelsmärkten in Rom transportieren, können stundenlange Verzögerungen die Just-in-Time-Lieferungen gefährden. Fahrgäste mit Tickets für den 9. und 10. Juli können eine Erstattung oder eine kostenfreie Umbuchung beantragen. RFI empfiehlt, vor Reiseantritt das Infomobilità-Portal zu konsultieren.
Quelle: RFI – Infomobilità