
Der italienische Luftverkehr war am Sonntag, den 5. Juli, größtenteils lahmgelegt, da ein 24-stündiger Streik der Basisgewerkschaft CUB Trasporti sowie mehrerer Fachgewerkschaften Fluggesellschaften, Bodenabfertiger und Flugsicherungsstellen traf. Laut Gewerkschaftszahlen, die von der Agentur Dire berichtet wurden, wurden über 80 % der Abflüge am Flughafen Mailand Malpensa gestrichen, und am Flughafen Rom Linate fiel die Hälfte des Flugplans aus, was zu Verzögerungen in ganz Europa führte. Die Proteste richteten sich gegen die längst überfällige Erneuerung des nationalen Tarifvertrags für das Bodenpersonal an Flughäfen sowie gegen die Inflationsanpassungsklausel der Branche. EasyJet-Kabinen- und Cockpitcrews – in einem separaten Streit um Dienstpläne und Gehaltsschutz – führten gut sichtbare Streikposten an den Flughäfen Fiumicino, Malpensa und Neapel durch. Die ENAV-Flugsicherer am Flughafen Malpensa beteiligten sich am Nachmittag für vier kritische Stunden, wodurch der wichtigste Hub in der Lombardei für Überflüge faktisch geschlossen wurde. Nach dem italienischen „Mindestdienst“-Gesetz waren einige Flüge zu Inselverbindungen geschützt, dennoch hatten Unternehmen große Schwierigkeiten, Mitarbeiter, die nach dem Unabhängigkeitstags-Wochenende aus den USA zurückkehrten, umzubuchen. Die Reise-Risiko-Beratung Global Care schätzt, dass mehr als 35.000 internationale Passagiere mit Anschlussflügen innerhalb der EU umgebucht werden mussten, viele davon auf Flügen ab Zürich, Nizza und Marseille. Die Airlines boten kostenlose Umbuchungen an, doch Zusatzkosten wie Last-Minute-Hotels mussten die Reisenden selbst tragen. Für Mobilitätsmanager ist der Streit ein Weckruf: Allein im Juli sind 72 Streikankündigungen im Bereich Bahn, Nahverkehr und Luftfahrt registriert. Experten raten, Italien in den Juli–August-Dashboards als „erhöhtes Störungsrisiko“ zu kennzeichnen und flexible Ticketklauseln in Entsendungsverträge einzubauen. Das nächste Schlichtungsgespräch der Branche ist für den 10. Juli angesetzt; sollten die Verhandlungen scheitern, drohen die Gewerkschaften mit weiteren 48-stündigen Streiks am ersten Augustwochenende, dem Höhepunkt des europäischen Sommers.
Quelle: Agenzia Dire
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