
Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche musste die Start- und Landebahn des verkehrsreichsten Flughafens Siziliens, Catania–Fontanarossa, wegen einer anhaltenden Aschewolke des andauernden strombolianischen Ausbruchs des Ätna geschlossen werden. Die Flughafenbehörde kündigte am 9. Juli um 07:00 Uhr an, dass alle Ankünfte und Abflüge bis mindestens 18:00 Uhr ausgesetzt sind. Später wurde gewarnt, dass das Flugverbot verlängert werden könnte, falls der Wind die Aschepartikel nicht zerstreut. Auch die nahegelegene Militär- und NATO-Anlage in Sigonella hat den Betrieb eingestellt. Fluggesellschaften mussten bisher über 80 Flüge umleiten oder streichen. Ryanair hat Flüge nach Trapani und Palermo umgeleitet, Norwegian schickte einen Oslo-Flug nach Palermo, und ITA Airways informierte Passagiere über erhebliche Verzögerungen im gesamten Netzwerk. Über 10.000 Reisende sind betroffen, darunter viele Urlauber und Offshore-Mitarbeiter, die Catania als Drehkreuz für Personalwechsel nutzen. Der Ätna stößt seit Ende Juni immer wieder Asche aus, was zu wiederholten Schließungen führt und die Betriebskapazitäten des Flughafens stark belastet. Lokale Hoteliers berichten von einem Anstieg kurzfristiger Stornierungen, und Logistikunternehmen, die verderbliche Waren wie sizilianische Zitrusfrüchte transportieren, beklagen steigende Kosten, da zeitkritische Fracht nun über Straßen nach Palermo umgeleitet wird. Nach der EU-Verordnung 261 haben Passagiere bei flugbedingten Ausfällen durch Vulkanasche keinen Anspruch auf finanzielle Entschädigung, jedoch müssen die Airlines für Betreuung, Verpflegung und gegebenenfalls Hotelunterbringung sorgen. Geschäftsreisende werden dazu geraten, in den nächsten 48 Stunden auf Reiserouten über Catania zu verzichten und gegebenenfalls auf Homeoffice auszuweichen. Die Behörden beobachten den Ausbruch gemeinsam mit dem italienischen Zivilschutz und dem Vulkanologie-Institut INGV. Sollte die seismische Aktivität zunehmen, sind weitere Schließungen und umfassendere Luftraumbeschränkungen im Osten Siziliens möglich, was die Sommerflugpläne zusätzlich unsicher macht.
Quelle: La Sicilia