
Die Schifffahrtsbehörde des Jangtse-Flusses gab am 9. Juli um 18:00 Uhr eine dringende Mitteilung heraus: Der Schiffsverkehr zwischen Ezhou (Hubei) und Ma’anshan (Anhui) wird aufgrund der herannahenden Regenbänder des Taifuns Bavi eingestellt. Der Verkehr stromabwärts unterhalb der Shuangliu-Jangtse-Brücke ist verboten, während stromaufwärts oberhalb der Cihu–Wujiang-Linie ab 22:00 Uhr keine Durchfahrten mehr erlaubt sind. Diese Anordnung betrifft die verkehrsreichste Binnenwasserstraße Asiens, gerade jetzt, wo in der Hochsaison Kohle, Eisenerz und Autos von Zentralchina zu den Küstenexporthäfen transportiert werden. Die Behörden haben 45 Patrouillenboote, 42 Schlepper und über 1.000 Beamte eingesetzt, um die Sperrung durchzusetzen und den Schiffen bei der Suche nach sicheren Ankerplätzen zu helfen. Für multinationale Hersteller, die auf Binnenschifffahrtsdienste für den Transport von Bauteilen zwischen Wuhan, Nanjing und Shanghai angewiesen sind, könnte die Sperrung zu erheblichen Verzögerungen führen. Spediteure berichten, dass die Spotpreise für den kombinierten Fluss-Schienen-Transport über Nacht bereits um 18 Prozent gestiegen sind, da Verlader nach Alternativen suchen. Containerterminals in Hefei und Wuhu haben die Annahmezeiten auf 24 Stunden verlängert, um Staus zu vermeiden, sobald der Binnenschiffsverkehr wieder aufgenommen wird. Auch der Passagierverkehr ist betroffen: Beliebte Nachtkreuzfahrten zwischen Wuhan und Nanjing sind bis zum Wochenende abgesagt, wodurch mehrere hundert inländische Touristen und einige wenige ausländische Flusskreuzfahrer gestrandet sind. Reiseversicherer warnen, dass Klauseln zu „wetterbedingten Störungen“ greifen, was bedeutet, dass Geschäftsreisende nur dann volle Rückerstattungen erhalten, wenn sie innerhalb von 48 Stunden umbuchen. Die Behörden kündigen an, die Einschränkungen alle sechs Stunden zu überprüfen und aufzuheben, sobald die Windgeschwindigkeiten unter Stärke 7 fallen. Unternehmen mit zeitkritischer Fracht sollten alternative Lkw- oder Bahnoptionen bereithalten und die Schifffahrtsmeldungen genau verfolgen.
Quelle: Hubei Daily