
Die Präfekturen von Nord und Pas-de-Calais haben gemeinsam ein interdepartementales Einsatzkommando eingerichtet, um auf eine große Demonstration am heutigen 11. Juli zu reagieren, die sich gegen das 5-Milliarden-Euro-Projekt des Seine-Nord-Europe-Kanals richtet. Die Organisatoren erwarten rund 2.000 Teilnehmer, die zwischen 10:00 und 18:00 Uhr von Oisy-le-Verger nach Aubencheul-au-Bac marschieren und dabei Abschnitte der D 39 und D 50 blockieren werden, die zum Autobahnkorridor A26 führen. Der 107 Kilometer lange Kanal, der bis 2031 die Wasserwege Oise und Dunkerque-Schelde verbinden soll, gilt als wegweisend für den Güterverkehr, doch lokale Landwirte und Transportunternehmen befürchten Enteignungen und verstärkten Wettbewerbsdruck. Der Marsch am Samstag fällt mit dem Ferienreiseverkehr zu den Kanalküsten zusammen, was Umleitungen wahrscheinlich macht. Die Präfektur weist Lkw an, auf den Autobahnen zu bleiben, und verbietet landwirtschaftlichen Maschinen die Teilnahme am Konvoi. Die Gendarmerie wird rollierende Straßensperrungen durchsetzen; GPS-Navigations-Apps wie Waze und TomTom haben die betroffenen Gebiete bereits gesperrt, doch Fuhrparkleiter sollten ihre Fahrer zusätzlich manuell informieren. Busunternehmen auf den Strecken Lille-Arras-Cambrai empfehlen ihren Fahrgästen, eine zusätzliche Stunde einzuplanen. Arbeitgeber mit zeitkritischen Lieferungen zum multimodalen Logistikzentrum Delta 3 bei Dourges sollten Nachtarbeit oder Umleitungen über die A1 in Betracht ziehen. Eurotunnel hat die Zugfahrpläne nicht geändert, warnt jedoch vor möglichen Verzögerungen, falls die A26 überlastet wird. Die Präfekten betonen, dass Rettungsgassen freigehalten werden und das Einsatzkommando bei Verkehrsstaus auch medizinische Hubschrauber-Evakuierungen aktivieren kann.
Quelle: Préfecture du Nord