
Angesichts einer Hitzewelle mit bis zu 40 °C auf Teilen des Hochgeschwindigkeitsnetzes kündigte SNCF-Voyageurs am Freitag an, den vollen Fahrplan von 3.700 TGV-Zügen im Zeitraum vom 12. bis 15. Juli aufrechtzuerhalten. Karine Dussert-Sarthe, Direktorin von TGV-Intercités, erklärte am Pariser Gare de Lyon, dass „die Technik – wie der Mensch – hitzeempfindlich ist, wir aber die Wartungsteams entlang aller Hauptstrecken verstärkt haben.“ Temperatursensoren in den Schienen lösen bei kritischer Metallausdehnung automatisch Temporeduzierungen auf 20–30 km/h aus. Um die Pünktlichkeit über dem Zielwert von 80 % zu halten, wird die SNCF Reserve-Lokomotiven an strategischen Knotenpunkten (Lyon Part-Dieu, Bordeaux St-Jean) bereitstellen und mobile klimatisierte Ersatzwagen einsetzen. Zudem hat das Unternehmen 300.000 zusätzliche Wasserflaschen vorrätig und bietet bis zum 15. Juli kostenlose Sitzplatzänderungen für alle TGV-, Ouigo- und Intercités-Verbindungen an. Mobilitätsmanager in Unternehmen werden dazu angehalten, App-basierte Warnungen zu verfolgen, da kleinere Verspätungen sich auf enge internationale Anschlussverbindungen auswirken können – besonders für Eurostar-Reisende mit Umstieg in Lille Europe. Die SNCF hat Partnerbahnen in Spanien, Deutschland und Italien über RailTeam informiert, damit durchgehende Tickets bei verpassten Anschlusszügen anerkannt werden. Die logistischen Herausforderungen betreffen nicht nur den Personenverkehr: Ausfälle der Kühlung in Bord-Serverräumen könnten Kreditkartenterminals lahmlegen, weshalb Zugbegleiter auf Offline-Zahlungsverfahren geschult wurden. Das Krisenzentrum in Saint-Denis wird bis Dienstag rund um die Uhr mit Verbindungsoffizieren des Verkehrsministeriums und Météo-France besetzt sein. Die SNCF rechnet weiterhin mit einem historischen Passagieraufkommen von 32 Millionen in der Juli-August-Spitze und betont die Bedeutung, dass Arbeitgeber frühzeitig Buchungen sichern und großzügige Zeitpuffer für Dienstreisen einplanen.
Quelle: Le Monde – heatwave live update