
Der Schengen-Ausschuss des Parlaments richtet am Dienstag, den 14. Juli, den Fokus auf Italiens Migrationsstrategie, wenn Arbeits- und Sozialministerin Marina Calderone zu einer seltenen öffentlichen Anhörung erscheint. Die Sitzung, die am 13. Juli im offiziellen Veranstaltungskalender der Borsa Italiana angekündigt wurde, wird untersuchen, wie die Regierung Meloni die Quoten für ausländische Arbeitskräfte im kommenden dreijährigen Migrationsplan gestalten will und wie Italien diese Politik mit dem neuen EU-Pakt für Migration und Asyl in Einklang bringen wird. Calderone wird voraussichtlich vorläufige Zahlen für das Decreto-Flussi 2027–2029 vorstellen, einen vorgeschlagenen Schnellzugang für hochqualifizierte Fachkräfte und Remote-Arbeitende skizzieren sowie die chronischen Verzögerungen bei der Bearbeitung ansprechen, die die saisonale Rekrutierung in Landwirtschaft, Bauwesen und Tourismus behindern. Wirtschaftsverbände fordern ein planbareres System und argumentieren, dass kurzfristig angekündigte Ad-hoc-Quoten eine Personalplanung unmöglich machen. Die Abgeordneten werden die Ministerin zudem zu Italiens Beitrag zur Einführung des EU-Einreise-/Ausreisesystems (EES) und zur Zusammenarbeit zwischen Arbeitsaufsicht und Grenzpolizei im Kampf gegen Schwarzarbeit befragen. Gewerkschaftsvertreter, als Sachverständige geladen, werden stärkere Schutzmaßnahmen gegen Ausbeutung fordern und dabei auf aktuelle Fälle bei der Tomatenernte in Apulien verweisen. Für Mobilitätsteams in Unternehmen ist die Anhörung ein Gradmesser dafür, wie schnell Italien 2027 Arbeitsgenehmigungen öffnen oder einschränken könnte. Bestätigt Calderone eine Ausweitung der quotenfreien Kategorien – etwa für IT-Transfers und Start-up-Visa – könnten Unternehmen Einsätze ohne Wartezeit auf den jährlichen Decreto-Flussi-Click-Day sichern. Strengere Arbeitsmarkttests würden hingegen die Vorlaufzeiten verlängern. Obwohl morgen keine verbindlichen Entscheidungen fallen, fließen die Ergebnisse in einen Entwurf ein, der im September dem Plenum vorgelegt wird. Mobilitätsberater sollten die Entwicklungen genau verfolgen und den Personalbedarf an den wahrscheinlichen Szenarien ausrichten.
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