
Während eines Besuchs in Gorizia am 13. Juli 2026 forderte die Europaabgeordnete der Lega, Anna Maria Cisint, die italienische Regierung auf, die irreguläre Migration entlang der sogenannten Balkanroute zu stoppen und stärkere Frontex-Einsätze an den äußeren Landgrenzen der EU zu verhandeln. Nach einer Besichtigung des Parco Piuma, wo informelle Lager von Asylsuchenden entstanden sind, erklärte Cisint, dass die bisherigen Maßnahmen – darunter die vorübergehende Aussetzung des Schengen-Abkommens an der Grenze zwischen Italien und Slowenien – zwar mehr als 6.000 Migranten abgefangen hätten, jedoch „nicht ausreichen, um den Zustrom zu stoppen“. Die Europaabgeordnete, Mitglied im Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments, betonte, dass Landgrenzen andere Instrumente erfordern als die maritimen Hotspots vor Sizilien und Kalabrien. Sie schlug mobile Identifikationseinheiten, erweiterte Vorentfernungszentren und, wo nötig, physische Barrieren an der bosnisch-kroatischen Grenze vor, um sekundäre Bewegungen Richtung Friaul-Julisch Venetien zu verhindern. Cisint gab an, Unterstützung vom Staatssekretär im Innenministerium, Nicola Molteni, erhalten zu haben, und kündigte an, dass „innerhalb weniger Wochen“ ein technisches Treffen in Gorizia stattfinden werde. Ihr Vorstoß erfolgt, während die EU die operativen Leitlinien für die neue Rückführungs-Grenzverordnung finalisiert, die Mitgliedstaaten verpflichtet, alle irregulären Einreisenden innerhalb von drei Tagen zu fingerabdrucken und zu fotografieren. Für Unternehmen, die Personal über Triest oder Udine verlegen, signalisiert die politische Debatte, dass Stichprobenkontrollen und zufällige Stopps auf den Autobahnen A4 und A34 den ganzen Sommer über andauern könnten, was die Transportzeiten auf dem Landweg verlängert. Logistikdienstleister, die zeitkritische Güter zwischen Italien, Slowenien und Österreich transportieren, sollten mögliche zusätzliche Dokumentenkontrollen in ihre Lieferpläne einrechnen. Menschenrechtsorganisationen kritisierten den Vorschlag scharf und warnten, dass Zurückweisungen gegen das EU-Asylrecht verstoßen könnten. Dennoch verdeutlicht der Vorstoß den wachsenden innenpolitischen Druck für eine härtere Grenzverwaltung – ein Thema, das bei Italiens EU-Ratspräsidentschaft 2027 voraussichtlich an Bedeutung gewinnen wird.
Quelle: Trieste Café
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