
Das polnische Wochenmagazin „Tygodnik Solidarność“ zitiert eine offizielle Mitteilung der Grenzschutzbehörde Straż Graniczna, wonach zwischen Freitag, dem 10. Juli, und Sonntag, dem 12. Juli, im Podlasie-Sektor 37 Versuche registriert wurden, die polnisch-belarusische Grenze zu überschreiten. Diese Zahl stellt einen deutlichen Anstieg nach mehreren Tagen mit einstelliger Aktivität dar. Am Freitag gab es 18 Versuche, am Samstag neun und am Sonntag zehn, hauptsächlich in der Nähe der Grenzstationen Mielnik und Białowieża. Einige der potenziellen Migranten zogen sich bei Begegnungen mit Patrouillen nach Belarus zurück, andere wurden auf polnischem Gebiet festgenommen. Zu den Nationalitäten gehörten Afghanen und Pakistaner, was bestätigt, dass die Route weiterhin nicht-europäische Migranten anzieht, die unter touristischen Vorwänden nach Minsk geflogen werden. Der Anstieg fällt mit der saisonalen Rekrutierung im Baugewerbe in Polen und Deutschland zusammen, wo Schleuser schnelle Grenzübertritte für Arbeitssuchende anbieten. Arbeitgeber, die Drittstaatsangehörige beschäftigen, müssen sicherstellen, dass alle Rekruten über gültige Arbeitserlaubnisse verfügen und dass Subunternehmer keine Arbeitskräfte aus illegalen Kanälen beziehen – die Strafen für die bewusste Beschäftigung von irregulären Migranten können bis zu 30.000 PLN pro Person betragen. Die polnische Regierung hält entlang bestimmter Grenzabschnitte eine drei Kilometer breite Sperrzone aufrecht, und Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen sollten reisende Mitarbeiter darauf hinweisen, Ausweise mitzuführen und mit Straßensperrungen oder Militärübungen zu rechnen (eine größere Übung ist für den 13. bis 14. Juli geplant). Logistikunternehmen, die die Grenzübergänge Kuźnica oder Bobrowniki nutzen, müssen mit sporadischen Verzögerungen rechnen, da die Kontrollen nach den Vorfällen am Wochenende verschärft wurden. Strategisch gesehen unterstreichen die Daten, dass trotz eines fünfmaligen Rückgangs der Gesamtzahl der Versuche im Jahresvergleich der „hybride“ Druck aus Minsk keineswegs nachlässt. Die bevorstehende Überarbeitung der EU-Asylverfahrensverordnung wird den Grenzstaaten wie Polen mehr Instrumente an die Hand geben, um unzulässige Anträge schneller zu bearbeiten und zurückzuführen – eine Gesetzesänderung, die für Akteure im Mobilitätssektor von großer Bedeutung ist.
Quelle: Tygodnik Solidarność