
Am 15. Juli hat das Unterhaus einen offenen Aufruf zur schriftlichen Stellungnahme zum Immigration and Asylum Bill veröffentlicht – dem zentralen Gesetzesvorhaben der Regierung zur Reform des britischen Migrationssystems. Der Ausschuss für öffentliche Gesetzesvorhaben beginnt am 10. September mit der detaillierten Prüfung des Entwurfs und könnte die Einreichungsfrist vorzeitig schließen, weshalb Unternehmen und NGOs schnell handeln sollten. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen die Einrichtung einer unabhängigen Einwanderungsberufungsbehörde, strengere Anforderungen an Artikel 8 (Recht auf Familienleben) sowie die Zusammenführung mehrerer Aufenthaltstitel in einen einzigen „Kernschutz“-Status. Das Gesetz sieht zudem vor, dass Asylberechtigte nach Aufnahme einer Beschäftigung finanzielle Beiträge leisten müssen, und ermächtigt das Innenministerium, zivilrechtliche Sanktionen gegen Sponsoren zu verhängen, die Gehaltsauflagen nicht einhalten. Für globale Mobilitätsprogramme ist besonders relevant, dass die Definition des „temporären Migranten“ auf die ersten zehn Jahre des Aufenthalts ausgeweitet wird, was Auswirkungen auf den Zugang zu Sozialleistungen und möglicherweise auf NHS-Zuschläge hat. Arbeitgeber sollten ihre Umzugspolitiken und Budgets für Langzeitentsendungen überprüfen. Rechtsexperten gehen davon aus, dass die neue Berufungsbehörde die Wartezeiten – derzeit durchschnittlich 49 Wochen – verkürzen könnte, indem Fälle aus dem allgemeinen Gerichtssystem ausgegliedert werden. Migrantenrechtsgruppen befürchten jedoch, dass das Gesetz die gerichtliche Kontrolle einschränkt und es Überlebenden von Menschenhandel erschweren könnte, Schutz zu erhalten. Interessierte haben bis Anfang September Zeit, Stellungnahmen einzureichen; Personalabteilungen, Reise- und Umzugsdienstleister werden aufgefordert, insbesondere die operativen Auswirkungen im Hinblick auf Sponsor-Lizenzauflagen und Familienzusammenführung hervorzuheben.
Quelle: UK Parliament News