
Nur wenige Stunden nach der scharfen Kritik des Delhi High Courts am Beschaffungsprozess wandte sich die Zentralregierung an den Obersten Gerichtshof. Chief Justice Surya Kant stimmte am 17. Juli zu, die Angelegenheit für eine dringende Verhandlung am Montag, den 20. Juli 2026, anzusetzen. Solicitor-General Tushar Mehta argumentierte, dass die Anordnung des High Courts zu einer „beinahe vollständigen Funktionsstörung“ der Pass- und Visadienste an den indischen Vertretungen in Canberra, Singapur, Abu Dhabi und Kuwait-Stadt geführt habe. Er wird den Obersten Gerichtshof bitten, das Urteil auszusetzen und den vorläufigen Betrieb der bestehenden Dienstleister zu erlauben, während die Ausschreibung neu bewertet wird. Eine Aussetzung würde den im Ausland lebenden Indern Luft verschaffen: Schätzungsweise 1,9 Millionen indische Staatsangehörige in den vier Regionen sind auf ausgelagerte Zentren für zeitkritische Angelegenheiten wie Neugeborenenregistrierungen, Notfallbescheinigungen und Dokumentenapostillen angewiesen. Rechtsexperten erwarten, dass der Oberste Gerichtshof das öffentliche Interesse an ununterbrochenen Dienstleistungen gegen die Integrität des Beschaffungsprozesses abwägen wird. Mögliche Ergebnisse sind die Einsetzung eines gerichtlich überwachten Ausschusses zur Überwachung einer neuen Ausschreibung oder die Gewährung einer befristeten Verlängerung für die derzeitigen Anbieter unter strengerer Aufsicht. Unternehmen mit globalen Mobilitätsprogrammen sollten die Verhandlungen am Montag genau verfolgen; eine Aussetzung könnte eine schnelle Wiederöffnung der Terminvergaben bei VFS Global und anderen Anbietern auslösen, was eine zügige Neuplanung der Anträge der Mitarbeiter erforderlich machen würde.
Quelle: Business Standard