
Indiens globales Konsulatnetzwerk stand wochenlang unter Unsicherheit, nachdem das Delhi High Court am 15. Juli die Mega-Ausschreibung des Außenministeriums (MEA) zur Auslagerung von Pass-, Visum- und anderen konsularischen Dienstleistungen in Abu Dhabi, Dubai, Kuwait, Singapur und Canberra aufgehoben hatte. Am 20. Juli fällte der Oberste Gerichtshof eine schnelle, geschäftsorientierte Entscheidung. Ein von Chief Justice Surya Kant geleiteter Senat wies die Berufung der Zentralregierung gegen den Beschluss des High Courts zurück und bestätigte, dass die technische Bewertung der Angebote undurchsichtig und willkürlich gewesen sei. Gleichzeitig erkannte das Gericht die enorme Mobilitätsauswirkung auf die indische Diaspora und ausländische Reisende nach Indien an, falls die Dienstleistungen ins Stocken geraten würden. Daher erlaubte es dem MEA, vorübergehend die bestehenden Anbieter weiter zu beschäftigen oder die günstigsten (L-1) Bieter einzubinden, und setzte dem Ministerium eine Frist von drei Monaten für eine neue, transparente Ausschreibung. Für Unternehmen und Mobility-Manager beseitigt das Urteil das unmittelbare Risiko von Dienstunterbrechungen bei vier stark frequentierten Vertretungen, die zusammen mehrere Millionen Anträge pro Jahr bearbeiten. Indische Staatsbürger können weiterhin Pässe erneuern, Overseas Citizen of India (OCI)-Karten erhalten und polizeiliche Führungszeugnisse (PCC) für Arbeitserlaubnisse in Drittstaaten beantragen. Ausländische Geschäftsreisende können ihre indischen Visumanträge über die gewohnten Kanäle einreichen, während die Ausschreibung neu durchgeführt wird. Das Urteil setzt zudem einen Präzedenzfall für Transparenz bei künftigen konsularischen Outsourcing-Verfahren und signalisiert, dass Gerichte fehlerhafte Ausschreibungen nicht scheuen, aufzuheben. Anbieter müssen sich auf strengere technische Bewertungen und Dokumentationsanforderungen einstellen, während das MEA klare, nachvollziehbare Bewertungskriterien vorlegen muss – wichtig für Unternehmen, die sich auf die Neuvergabe der Verträge bewerben wollen. Praktischer Tipp: Bis neue Verträge abgeschlossen sind, sollten Antragsteller mit längeren Wartezeiten und möglichen Engpässen bei Terminen rechnen, da die Vertretungen interimistische Lösungen managen müssen. Mobility-Teams sollten zusätzliche Vorlaufzeiten einplanen – insbesondere für OCI- und Passverlängerungen – und die Websites der Vertretungen auf geänderte Einreichungsverfahren aufmerksam verfolgen.
Quelle: Gulf News