
Das Justizministerium gab am 20. Juli bekannt, dass es zivilrechtliche Klagen eingereicht hat, um zehn eingebürgerten Einwanderern die US-Staatsbürgerschaft zu entziehen. Diese wurden wegen Verbrechen verurteilt, die von sexuellem Kindesmissbrauch und Medicare-Betrug bis hin zu Kokainhandel reichen. Die Beschwerden, die in den letzten 30 Tagen in neun Bundesbezirken eingereicht wurden, sind Teil dessen, was Beamte als „größte Aberkennungsaktion in der amerikanischen Geschichte“ bezeichnen. Der amtierende Generalstaatsanwalt Todd Blanche erklärte, die Angeklagten hätten sich „ihre US-Staatsbürgerschaft erschlichen“ und kündigte weitere Fälle an. Innenminister Markwayne Mullin ergänzte, das Heimatschutzministerium werde „diese Betrüger mit allen verfügbaren Mitteln aberkennen und abschieben“. Nach INA 340 erfordert die Aberkennung den Nachweis, dass die Staatsbürgerschaft „illegal erlangt“ oder durch vorsätzliche Falschangaben erworben wurde. Diese Kampagne markiert einen deutlichen Richtungswechsel gegenüber den Obama- und Biden-Regierungen, die Aberkennungen nur selten und hauptsächlich bei Menschenrechtsverletzern einsetzten. Fachanwälte für Einwanderungsrecht weisen darauf hin, dass die neuen Fälle den Fokus auf inländische Straftaten ausweiten, die nichts mit der nationalen Sicherheit zu tun haben, wie etwa Drahtbetrug. Diese Maßnahme könnte langjährige Green-Card-Inhaber, die eine Einbürgerung anstreben, abschrecken, aus Angst vor kleineren Offenlegungsfehlern. Arbeitgeber mit Mitarbeitern, die eine Staatsbürgerschaft anstreben, sollten gründliche Hintergrundprüfungen durchführen und vollständige Offenheit im Formular N-400 sicherstellen, einschließlich gelöschter Festnahmen oder früherer Einwanderungsalias. Eingebürgerte Mitarbeiter in sicherheitsrelevanten Positionen könnten mit zusätzlichen Überprüfungen rechnen, falls die Aberkennung zur Routine wird. Obwohl zivilrechtlich, können die Klagen nach Aberkennung der Staatsbürgerschaft zu Abschiebungsverfahren führen und so die Kontinuität der Belegschaft stören.
Quelle: US Department of Justice