
Professor Jorge Olcina, Leiter der Klimatologie an der Universität Alicante, erklärte am 23. Juli gegenüber Cadena SER, dass die derzeitige Hitzewelle in der Provinz – mit Tageshöchstwerten über 38 °C und tropischen Nächten über 25 °C – „keine Anomalie, sondern die neue klimatische Realität im mediterranen Spanien“ sei. Seine Aussagen fielen zusammen mit dem Höhepunkt der dritten Hitzewelle des Sommers, die in der Valencianischen Gemeinschaft zu orangen Warnungen führte. Der Zivilschutz Spaniens nutzte die Gelegenheit, um erneut Sicherheitshinweise für Reisen zu geben: Straßenfahrten sollten frühmorgens oder spätabends geplant werden, pro Person mindestens zwei Liter Wasser mitgeführt und vor längeren Fahrten der Kühlmittelstand des Fahrzeugs überprüft werden. Für Geschäftsreisende fällt die Warnung mit dem jährlichen „Operación Salida“-Wochenende zusammen, wenn die Nachfrage nach Mietwagen am höchsten ist und Autobahnraststätten überfüllt sind. Hotelketten in Benidorm und Elche berichten, dass internationale Konferenzteilnehmer vermehrt nach Tagungsräumen mit verbesserter Klimatisierung und flexiblen Dresscodes fragen. Mehrere multinationale Unternehmen, die diese Woche Assessment-Center für Absolventen in Alicante durchführen, haben Vorstellungsgespräche auf virtuelle Plattformen verlegt, da Kandidaten aus Nordeuropa mit der Hitze zu kämpfen hatten. Olcinas Forschung zeigt, dass Hitzewellen im Südosten Spaniens inzwischen früher beginnen, länger andauern und die nächtliche Luftfeuchtigkeit auf unangenehme Werte steigen lassen – eine Kombination, die Verkehrsinfrastruktur und Gesundheitsdienste stark belastet. Er fordert die lokalen Behörden auf, städtische Mobilitätspläne neu zu gestalten, indem sie beschattete Bushaltestellen einrichten und die Taktfrequenz des öffentlichen Nahverkehrs am Abend erhöhen, damit Bewohner und Touristen Aktivitäten von der Mittagszeit verlagern können. Mobilitätsmanager sollten zudem beachten, dass hitzebedingte Erkrankungen am Arbeitsplatz, auch während Geschäftsreisen, in Spanien als Arbeitsunfall gelten. Unternehmen können daher für medizinische Kosten haftbar gemacht werden, wenn sie ihre Mitarbeiter nicht ausreichend informieren oder Arbeitszeiten bei offiziellen Warnungen nicht anpassen.
Quelle: Cadena SER – Radio Alicante
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