
Die Menschenrechtsorganisation Kisa schlug am Freitag Alarm, nachdem die Sozialfürsorgedienste plötzlich die Unterkunfts- und Essensunterstützung für 23 indische Staatsangehörige eingestellt hatten, wodurch diese während einer Hitzewelle mit Temperaturen über 40 °C im Landesinneren faktisch obdachlos wurden. Die Migranten – Opfer eines mutmaßlichen Arbeitsvermittlerbetrugs in Limassol – wurden am Dienstag aufgefordert, ihre staatlich bereitgestellten Zimmer zu räumen, da die sechsmonatige Unterstützungsfrist abgelaufen sei. Da sie ohne neue Arbeitserlaubnisse nicht arbeiten dürfen, hatten sie keine Mittel, um privat zu mieten. Kisa reagierte, indem ein Teil seines Hauptquartiers in Nikosia in ein provisorisches Schlaflager umgewandelt wurde, räumte jedoch ein, dass der Raum „völlig ungeeignet für Wohnzwecke“ sei. Das zyprische Ministerium für Migration verteidigte die Maßnahme mit dem Hinweis, dass die begrenzten Aufnahmekapazitäten vorrangig für Neuankömmlinge reserviert sein müssten. Es betont, dass die 23 Betroffenen Notfallgutscheine beantragen können, sofern sie aktiv nach autorisierten Arbeitgebern suchen. Arbeitsrechtler kritisieren hingegen, dass das aktuelle Sponsoren-System Migranten in eine Abhängigkeit von Vermittlern zwinge, was häufig zu Ausbeutung führe. Der Vorfall entfacht die Debatte über das fragmentierte Aufnahmesystem Zyperns neu. Im Gegensatz zu vielen EU-Staaten fehlt der Insel ein durchgängiges Übergangsprogramm, das ausgebeutete Arbeitskräfte mit legalen Beschäftigungsmöglichkeiten verbindet – ein Mangel, der laut Wirtschaftsverbänden auch Branchen wie Landwirtschaft und Gastgewerbe den dringend benötigten Arbeitskräftepool entzieht. Kisa fordert nun Zwischenlösungen, ruft Unternehmen mit genehmigten Quoten dazu auf, die gestrandeten Arbeiter einzustellen, und appelliert an die Gemeinden, bis zur Bereitstellung formeller Unterkünfte Klimaschutzräume zu öffnen.
Quelle: Cyprus Mail
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