
Das Hongkonger Observatorium hob am Sonntag, den 26. Juli, um 19:10 Uhr das letzte Sturmwarnsignal der Stadt auf, nachdem der Taifun Noul west-nordwestlich nach Guangdong gezogen war und sich abschwächte. Die Flughafenbehörde Hongkong (AAHK) meldete, dass am Sonntag 360 Flüge gestrichen wurden, zusätzlich zu 50 am Samstag – die größte Ein-Tages-Störung seit der Wiedereröffnung der Grenzen im letzten Jahr. Während des morgendlichen Berufsverkehrs brach die Passagierzahl stark ein, da Fluggesellschaften Schwierigkeiten hatten, Flugzeuge und Crews neu zu positionieren. Yeung Tat-wing, Direktor für Servicebereitstellung bei AAHK, schätzte, dass der Flughafen bis zum Tagesende noch 675 Flugbewegungen abwickeln würde, warnte jedoch, dass sich die Verzögerungen bis Montag fortsetzen würden. Die Lounges der Business Class waren bis in den Abend hinein überfüllt, da frustrierte Reisende auf Umbuchungen warteten. Auch die Frachtabwicklung war betroffen. Mehrere internationale Spediteure, darunter DHL und Kuehne + Nagel, berichteten, dass zeitkritische Exporte von Halbleitern und Pharmazeutika ihre Anschlussverbindungen nach Europa und Nordamerika verpasst hatten. Die Hongkonger Handelskammer forderte Regierung und Fluggesellschaften auf, einen klaren Wiederherstellungsplan zu veröffentlichen, damit Exporteure bei Bedarf hochwertige Sendungen über Shenzhen, Macau oder Taipeh umleiten können. Reiseversicherer erinnerten Geschäftsreisende daran, dass taifunbedingte Verzögerungen in der Taifun-Saison meist als „bekannte Ereignisse“ gelten; Unternehmen ohne Premiumschutz müssten möglicherweise Hotel- und Umbuchungskosten selbst tragen. Firmen mit regionalen Hauptsitzen in Hongkong wurden geraten, am Montag auf Homeoffice umzuschalten, da weiterhin Schauer erwartet werden. Der Taifun Noul traf gerade, als der Sommerkongressverkehr vor der International Jewellery Show Anfang August anstieg. Die Veranstalter kündigten an, die Registrierungsschalter am Montag länger geöffnet zu halten, um verspätete Aussteller aufzunehmen, warnten jedoch, dass enge Aufbaupläne die Überstundenkosten für Logistikunternehmen erhöhen könnten.
Quelle: South China Morning Post