
Die belgische Koordinierungsstelle für Bedrohungsanalyse (OCAM) gab am Montag bekannt, dass die nationale Terrorwarnstufe trotz des tödlichen Anschlags auf die Berliner Pride am Samstag auf Stufe 2 – „mäßig“ – bleibt. OCAM überprüft weiterhin die Lage, sieht jedoch keine Hinweise auf eine konkrete Bedrohung für belgisches Gebiet oder die bevorstehenden Antwerpener Pride-Veranstaltungen. Für Mobilitätsfachleute ist diese Entscheidung wichtig: Ab Stufe 3 oder 4 führen die Behörden routinemäßig Fahrzeugkontrollen im EU-Viertel Brüssels durch, schränken Gepäckaufbewahrungen an Bahnhöfen ein und können Großveranstaltungen absagen. Die unveränderte Warnstufe bedeutet keine neuen Einreisebeschränkungen für Reisende, allerdings wurden Flughafen- und Bahnsicherheitskräfte zu „erhöhter Wachsamkeit“ angehalten. In den kommenden zwei Wochen finden in Belgien mehrere große Sommer-Events statt, darunter der Formel-1-Grand-Prix in Spa-Francorchamps und das zweite Wochenende von Tomorrowland. Die Veranstalter bestätigen, dass ihre bereits unter EU-Richtlinien verstärkten Sicherheitskonzepte weiterhin gelten, jedoch sollten Ticketinhaber mit stichprobenartigen Taschenkontrollen und längeren Wartezeiten am Einlass rechnen. Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen informieren ihre ausländischen Mitarbeiter über die OCAM-Empfehlungen, erinnern daran, Outdoor-Veranstaltungen über interne Tracking-Apps zu melden und Kopien von Ausweisen sowie Aufenthaltstiteln verschlüsselt in der Cloud zu speichern – für den Fall einer Notfall-Evakuierung. OCAM wird eine weitere Aktualisierung herausgeben, falls die deutschen Behörden Informationen veröffentlichen, die die Bedrohungslage für belgische Veranstaltungsorte wesentlich verändern.
Quelle: The Brussels Times
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