
Ein Bündnis aus 145 Anwohnervereinen, Gewerkschaften und Umweltgruppen unter dem Motto „Weniger Tourismus, mehr Leben“ brachte am 28. Juli zwischen 25.000 und 70.000 Menschen auf die Straßen von Palma, um gegen die Auswirkungen der Rekordbesucherzahlen auf die Erschwinglichkeit von Wohnraum und die lokale Infrastruktur zu protestieren. Die Demonstranten zogen vom Plaça d’Espanya bis zur Uferpromenade unterhalb der Kathedrale, was die Polizei zwang, Zugänge zu schließen, da die Menschenmenge anwuchs. Die Organisatoren geben an, dass auf den Balearen mehr als 105.000 Wohnungen legal oder illegal an Touristen vermietet werden, was das langfristige Wohnungsangebot verknappt und die durchschnittlichen Mieten in fünf Jahren um 38 % steigen ließ. Die Demonstration forderte ein Moratorium für den Neubau von Hotels, Begrenzungen bei Kreuzfahrtschiffankünften und eine strengere Kontrolle von nicht genehmigten Kurzzeitvermietungen. Die Regionalpräsidentin Marga Prohens räumte „wachsende Kapazitätsgrenzen“ ein, warnte jedoch, dass der Tourismus 35 % des BIP der Balearen ausmacht. Der Branchenverband Exceltur warnt, dass pauschale Besucherobergrenzen Investitionen in Qualitätsverbesserungen gefährden könnten, die langfristig den saisonalen Druck durch die Anziehung von zahlungskräftigeren, aber weniger zahlreicheren Reisenden mindern würden. Aus globaler Mobilitätsperspektive signalisiert der Protest eine zunehmende politische Bereitschaft zu Regulierungen, die auch Geschäftsreiseprogramme und Langzeitprojekte beeinflussen könnten. Der Flughafen, der Hafen und das Straßennetz von Palma waren bereits Ziel von Aktionen von Aktivistengruppen, darunter temporäre Straßensperren Anfang des Monats. Reiseverantwortliche mit Aktivitäten auf den Balearen sollten mögliche Einschränkungen beim Fahrzeugzugang oder neue Tourismusabgaben im Blick behalten, die als Reaktion auf den öffentlichen Druck schnell eingeführt werden könnten. Eine Folgedemonstration ist für den 8. August in Sóller geplant; die balearischen Abgeordneten werden voraussichtlich im September bei der Wiederaufnahme des Parlaments über einen parteiübergreifenden Antrag zu Tourismuskapazitätsgrenzen debattieren.
Quelle: Aviation.Direct