
Italiens Gesundheitsministerium hat am 29. Juli 2026 für 19 Großstädte das Hitzealarm-Protokoll der Stufe 3 („bollino rosso“) aktiviert, da die Temperaturen über 40 °C stiegen. Die Warnung gilt bis zum 2. August und verpflichtet medizinische Teams an Flughäfen und wichtigen Bahnknotenpunkten zur ständigen Einsatzbereitschaft. Zudem dürfen die örtlichen Präfekten zeitlich begrenzte Fahrverbote für schwere Fahrzeuge mit Gefahrgut verhängen. An den Flughäfen Rom-Fiumicino, Mailand-Malpensa und Venedig-Marco Polo wurden medizinische Triage-Zelte auf der Landseite eingerichtet, um ankommende Passagiere mit Hitzestress zu überwachen. Fluggesellschaften sind verpflichtet, Bodenabfertiger zu informieren, wenn die Temperatur an Bord vor der Aussteigephase länger als 30 Minuten über 28 °C liegt. Bei Nichtmeldung drohen Bußgelder von bis zu 5.000 Euro gemäß der Richtlinie 4/2024 der Zivilluftfahrtbehörde (ENAC). Trenitalia hat die Höchstgeschwindigkeit ausgewählter Intercity-Züge zwischen 12:00 und 18:00 Uhr reduziert, um die Oberleitungen zu schützen, was auf der Strecke Mailand–Neapel zu bis zu 25 Minuten längeren Fahrzeiten führt. Güterverkehr auf den Brenner- und Tarvisio-Korridoren muss während der heißesten Stunden Umleitungen fahren oder Wagen mit zertifizierten Hochtemperatur-Bremssystemen einsetzen. Arbeitgeber mit entsandten Mitarbeitern oder Geschäftsreisenden sollten ihre Fürsorgepflichten überprüfen: Wasserflaschen-Gutscheine bereitstellen, flexible Arbeitszeiten ermöglichen und daran erinnern, dass örtliche Behörden Baustellen im Freien schließen können, wenn die gefühlte Temperatur (Humidex) 50 °C übersteigt. Versicherer bestätigen, dass die Wartezeiten in den Notaufnahmen der Regionen Latium und Emilia-Romagna während der letzten Hitzewelle Anfang Juli sich verdoppelt haben. Flughäfen bleiben voll funktionsfähig, Reisende sollten jedoch mit möglichen Slot-Verzögerungen durch Flugzeugleistungsgrenzen und Pausen für das Bodenpersonal rechnen. Das Ministerium wird die Lage am 31. Juli um 12:00 Uhr neu bewerten.
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