
Die australische Unternehmensmobilitätsbranche stand am 4. August unter Hochspannung, nachdem Innenminister Tony Burke eine für den National Press Club geplante Rede kurzfristig verschob, die voraussichtlich die umfassendsten Kürzungen der Nettozuwanderung seit einem Jahrzehnt ankündigen sollte. Laut hochrangigen Regierungsquellen, die von der ABC zitiert wurden, prüfte das Kabinett den Entwurf am Montagabend, doch Uneinigkeiten über Tempo und Umfang der Maßnahmen führten zu einem späten Umdenken. Der Plan zielt offenbar darauf ab, die Nettozuwanderung „schnell und drastisch“ zu senken, unter anderem durch eine Verschärfung der Anträge für Familienvisa im Inland, eine Begrenzung der Zahl der Working-Holiday-Maker sowie Einschränkungen bei Arbeits- und Berufungsrechten für Asylsuchende. Burke hat bereits wichtige Vorarbeiten geleistet: Eine zuvor nicht angekündigte Erhöhung der Visaantragsgebühren zum 1. Juli soll die Einnahmen um 24 Prozent steigern, während zwei ministerielle Anweisungen Ende Juli die Behörden verpflichten, Anträge auf Fachkräfte- und Familienvisa im Inland vorrangig vor Anträgen aus dem Ausland zu bearbeiten. Migrationsberater berichten, dass dies für viele ausländische Antragsteller eine „de-facto-Pause“ bedeutet, mit Rückstaus, die sich voraussichtlich bis weit ins Jahr 2027 hineinziehen werden. Die verschobene Rede lässt die globalen Mobilitätsteams im Unklaren über operative Zeitpläne. Unternehmen, die Projekte für Januar 2027 planen, sehen sich nun dem Risiko von Verzögerungen durch Fachkräftemangel ausgesetzt, falls die Rekrutierung aus dem Ausland zum Erliegen kommt. Gleichzeitig befürchten Branchen wie Gastronomie und Landwirtschaft, dass eine Obergrenze für Backpacker bis zu 35.000 Saisonarbeitskräfte im nächsten Jahr wegfallen könnten, was die regionalen Arbeitskräftemängel verschärfen und zu höheren Lohnforderungen führen würde. Experten gehen davon aus, dass die Rede innerhalb weniger Wochen nachgeholt wird, doch Arbeitgeber planen bereits verschiedene Szenarien: Sie ziehen vorzeitige innerbetriebliche Versetzungen in Betracht, überprüfen ihre Budgets für Reisekosten angesichts steigender staatlicher Gebühren und prüfen die Machbarkeit einer Remote-first-Besetzung von Projekten, falls die Einreisebeschränkungen weiter verschärft werden.
Quelle: ABC News
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