
Das biometrische Ein- und Ausreisesystem (EES) der EU – das Fingerabdrücke und Gesichtsaufnahmen von Nicht-EU-Reisenden erfassen soll – sollte eigentlich am 6. September vollständig einsatzbereit sein. Doch neun Mitgliedstaaten, darunter Belgien, teilten Brüssel am 14. September mit, dass sie mehr Zeit benötigen, um die Technologie an allen Grenzstellen einzuführen. In Belgien sind Scanner am Eurostar-Terminal in Brüssel und im Hafen von Antwerpen im Einsatz, doch der Flughafen Brüssel und mehrere Regionalflughäfen verfügen nicht über ausreichend biometrische Kabinen. Regierungsvertreter führen Lieferkettenprobleme und die Notwendigkeit an, Passagierströme in veralteten Terminals neu zu organisieren. Die Europäische Kommission wird vorerst wohl keine Vertragsverletzungsverfahren einleiten, obwohl die Übergangsfrist technisch gesehen abgelaufen ist. Fluggesellschaften warnen, dass die teilweise Umsetzung zu „zweigleisigen“ Grenzkontrollen führt, die Reisende verwirren und vermehrt Anschlussverluste verursachen. Für belgische Unternehmen betrifft die Hauptauswirkung vor allem Nicht-EU-Mitarbeiter, die über Regionalflughäfen einreisen, wo mit improvisierten Verfahren und längeren Wartezeiten zu rechnen ist. Mobilitätsteams sollten daher mehr Zeit für die Ankunft einplanen, Mitarbeiter über die Fingerabdruckanforderungen informieren und Projektzeitpläne im Blick behalten, um bei biometrischen Engpässen an benachbarten Drehkreuzen wie Frankfurt oder Schiphol reagieren zu können.
Quelle: The Guardian