
Die niederländische Regierung hat die vorübergehende Wiedereinführung von Grenzkontrollen an den Landübergängen zu Belgien und Deutschland offiziell bis zum 30. September 2026 verlängert. Als Begründung werden die hohe Zahl von Asylanträgen und Menschenschmuggel genannt. Die Maßnahme, die erstmals am 9. Juni in Kraft trat, ist auf der aktuellen Schengen-Benachrichtigungsliste der Europäischen Kommission vom 14. September verzeichnet. Beamte der niederländischen Koninklijke Marechaussee führen stichprobenartige Ausweiskontrollen auf wichtigen Autobahnen (A16 Breda–Antwerpen, A67 Eindhoven–Turnhout) sowie auf einigen Intercity-Zugverbindungen durch. Gewerbliche Busunternehmen berichten von Reisezeitverlängerungen um 15 bis 25 Minuten, während belgische Logistikfirmen über Verzögerungen bei der Lieferung von Autoteilen an den Hightech-Standort „Brainport“ in Eindhoven klagen. Für Pendler über die Grenze sind die Kontrollen vor allem lästig: EU-Bürger werden meist durchgewunken, doch Drittstaatsangehörige, die in Belgien mit lokalen Genehmigungen arbeiten, müssen stets Reisepässe und belgische Aufenthaltstitel mitführen. Migrationsberater in Antwerpen berichten, dass mehrere Expats mit 95 Euro Bußgeld belegt wurden, weil sie bei Kontrollen in Shuttle-Bussen keine Originaldokumente vorzeigen konnten. Das belgische Innenministerium hat in Brüssel offiziell angefragt, ob die niederländische Verlängerung den Verhältnismäßigkeitsanforderungen des Schengener Grenzkodex entspricht, doch Beamte geben zu, dass sich vor dem 1. Oktober nichts ändern wird. Multinationale Arbeitgeber mit Mitarbeitern, die auf der einen Seite der Grenze wohnen und auf der anderen arbeiten, werden aufgefordert, Mobilitätswarnungen herauszugeben und Reisekostenregelungen anzupassen, um mögliche Mehrkilometer durch Ausweichrouten zu den Kontrollstellen abzudecken.