
Protokoll der Sitzung der Visa-Arbeitsgruppe des EU-Rats am 14. September in Brüssel zeigt, dass die Mitgliedstaaten über einen Kommissionsvorschlag zur Erhöhung der Schengen-Visagebühren diskutierten, um IT-Aufrüstungen an den Außengrenzen zu finanzieren. Zypern, vertreten durch die Direktorin für Migrationspolitik Eleni Nicolaou, unterstützte grundsätzlich die Indexierung der Gebühren, forderte jedoch, dass „Digital-Nomaden“-Visa für Fernarbeiter von der Erhöhung ausgenommen werden, da diese Kategorie die Wettbewerbsfähigkeit der EU und die Wirtschaft der Inseln stärke. Die Delegationen prüften zudem Entwürfe für Kriterien zur Bewertung der Einhaltung von Rückkehr- und Rückübernahmeverpflichtungen durch visumfreie Partnerländer – Maßstäbe, die künftig Reisende aus Lateinamerika und dem Westbalkan betreffen könnten. Zypern setzte sich für eine klarere Eskalationsstufe ein, bevor die EU eine Visumfreiheit aussetzt, und verwies dabei auf die touristische Abhängigkeit kleiner Staaten. Obwohl die Arbeitsgruppe keine verbindlichen Entscheidungen treffen kann, prägen ihre Konsenspositionen die Gesetzesvorschläge, die an die Minister weitergeleitet werden. Branchenvertreter erwarten, dass die Kommission Anfang 2027 eine Verordnung zur Änderung des Visakodex vorlegt. Der zentrale Vorschlag sieht vor, die Basisgebühr für Kurzaufenthaltsvisa von 80 auf 90 Euro anzuheben – eine Erhöhung, die Unternehmen in ihren Reiseplanungen für 2027 berücksichtigen sollten. Manager für Unternehmensmobilität mit Entsandten, die Schengen-Visa über Zypern nutzen, sollten beachten, dass Digital-Nomaden-Programme die Gebühr von 80 Euro behalten könnten, falls sich Nikosia durchsetzt. Rechtsexperten empfehlen, die Tagesordnungen der Arbeitsgruppe weiter zu verfolgen – Zypern hat sich bereit erklärt, einen Kompromisstext zu erarbeiten, der die Gebührenparität mit nationalen Langzeitvisa bewahren und so die Wettbewerbsfähigkeit der Insel für ortsunabhängige Talente sichern könnte.
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